Forschungsprojekt
Beikrautregulierung in Ökobetrieben mit Gemüsekulturen unter besonderer Betrachtung von moderner RTK-Steuerungs-, Ultraschall- und Kameratechnik inkl. Arbeitswirtschaft und Kosten

Kopfsalatreihe mit Beikräutern

Beikrautregulierung ist in vielen Gemüsekulturen und sonstigen Sonderkulturen das beherrschende Thema. In der Praxis sind zahlreiche Systeme und betriebsindividuelle Lösungsansätze vorzufinden. Im Vordergrund des Forschungsvorhabens steht die Implementierung neuer Techniken in die Betriebe in Bayern.

Projektbeschreibung

Die Beikrautregulierung ist in der Praxis häufig noch nicht zufriedenstellend gelöst, da etliche gesäte oder gepflanzte Gemüsearten mit Blattverlusten und Beschädigungen auf den Geräteeinsatz reagieren. Um die Genauigkeit zu verbessern wird entweder mit geringerer Geschwindigkeit gefahren oder eine zusätzliche Person steuert das im Heckanbau angehängte Aggregat.
Die Betriebsstrukturen sind im ökologischen Anbau sehr heterogen. So werden Schläge mit einer Kultur auf mehreren Hektaren angebaut, aber auch einzelne Beete mit 1,5 m Breite, teils mit 20 Sätzen pro Saison bestellt. Gerade auf solch kleinen Flächen kann auf die Handarbeit teilweise nicht verzichtet werden. So werden beispielsweise je nach Preis- und Absatzsituation bei Möhren bis zu 300 Akh/ha für die Wildkrautregulierung akzeptiert.
Für die Verdoppelung der ökologischen Gemüsebauflächen in Bayern ist es erforderlich, dass die im Vergleich zu landwirtschaftlichen Kulturen teilweise sehr arbeitsintensive Wildkrautbekämpfung entscheidend vorankommt.
Modernste Geräte, die mit Hilfe der neuen RTK-Technik eine Reihengenauigkeit von 2 cm erreichen, können zu einem deutlichen Entwicklungssprung in der Beikrautregulierung führen. In bayerischen Betrieben mit Gemüsekulturen liegen dazu (außer der Feldbestellung) noch fast keine Praxiserfahrungen vor.
Wildkräuter wachsen zwischen Lauch im ökologischen AnbauZoombild vorhanden

Beikräuter zwischen Lauchreihen

Die RTK-Technik ist relativ neu am Markt und wird erst in wenigen landwirtschaftlichen Betrieben vorwiegend für die Feldvorbereitung und die Aussaat angewandt. Es ist zu untersuchen, inwieweit sich diese Technik auf die Beikrautregulierung in landwirtschaftlichen Betrieben übertragen lässt, die teils wenig Erfahrung mit weitaus empfindlicheren Gemüsekulturen haben bzw. erst neu in den Feldgemüseanbau einsteigen.

Weiterhin ist die Frage zu klären, ob allein mit der RTK-Technik oder mit Hilfe von Ultraschall bzw. Kamerasystemen eine ausreichende Wildkrautregulierung bei gleichzeitiger schonender Arbeitsweise für die Kulturpflanzen erreicht werden kann oder welche Kombinationen den Landwirten empfohlen werden können.
Eine weitere Forschungslücke ergibt sich aus höheren Anforderungen an den Gewässerschutz für Reihenkulturen über 45 cm Reihenabstand. Schaffen die Landwirte eine präzise Spurführung beim Anbau quer zum Hang?
Das Projekt wird in enger Kooperation mit Praxisbetrieben in Unterfranken durchgeführt. Im Fokus stehen vor allem größere landwirtschaftliche Betriebe, die in den Anbau von Biogemüse einsteigen und in größerem Umfang durchführen bzw. diesen Anbau mit rationellen Verfahren erweitern wollen. Die individuellen betrieblichen Belange müssen berücksichtigt und dokumentiert werden, da nur so der Transfer der neuen Technik in die Praxis gelingen kann.

Projektdaten

Projektleitung

  • Gerd Sander, LWG Veitshöchheim
    Oskar Kreß, LWG Veitshöchheim

Bearbeitung

  • Detlef Buhn, LWG Veitshöchheim

Fördernde Stelle

  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Föderkennzeichen

  • A/15/08

Laufzeit

  • 01.02.2015 - 31.01.2019