Rückblick - Veranstaltung
„Veitshöchheimer Licht-Blicke“ - Fachtagung Zierpflanzenbau 2026

Jungpflanzen unter LED-Belichtung

Unter dem Motto „Veitshöchheimer Lichtblicke“ lud die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) zur traditionellen Fachtagung Zierpflanzenbau nach Veitshöchheim ein. Rund 200 Fachbesucherinnen und Fachbesucher sowie 46 Aussteller nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen im Zierpflanzenbau auszutauschen. Claudia Taeger, Leiterin des Arbeitsbereichs Produktqualität und Pflanzengesundheit (IEF 2) eröffnete die Tagung gemeinsam mit LWG-Leiter Dr. Jörg Hirsche. Er hob die enge Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Gärtnerei-Verband hervor, der als Bindeglied zwischen Praxis und Forschung wichtige Impulse für den Gartenbau liefert. Nur gemeinsam lasse sich die Branche stärken und ihre Anliegen sichtbar machen.

Dr. Jörg Hirsche betonte zudem die Bedeutung von Austausch und Vernetzung – besonders für den gärtnerischen Nachwuchs, der mit Berufsschülern sowie Meister- und Technikerschülern zahlreich vertreten war. Die Vorsitzenden der Landesfachgruppe Einzelhandelsgärtnerei Bayern, Reinhard Steinhilber und Roland Öller griffen das Tagungsmotto auf: Angesichts einer schwierigen Saison und herausfordernder Witterung seien „Lichtblicke“ wichtiger denn je. Trends wie mehr Kräuter, Naschgemüse und Stauden sowie der geringere Einsatz von Torf und Hemmstoffen werfen neue Versuchsfragen auf. Mit praxisnaher Forschung und Sortensichtungen liefere die LWG den Betrieben dafür wertvolle Orientierung und Impulse für die künftige Anbauplanung.

Vorträge der Referenten

Sebastian Olschowski - Licht verstehen, Pflanzen formen

Sebastian Olschowski, Arbeitsbereichsleiter für Forschungskoordination und Projektmanagement (IEF 1), bringt durch langjährige Tätigkeit in der freien Wirtschaft viel Erfahrung in den Bereichen Pflanzenbelichtung und LED-Technologie mit. Daher führte er mit seinem Vortrag „Licht verstehen, Pflanzen formen“ in die Welt der LED-Belichtung ein. Zunächst erfuhren die Zuhörer die Bedeutung von Grundbegriffen wie „Photosynthetisch aktive Strahlung (PAR)“, „Daily Light Integral (DLI)“ und „Photosysnthetische Photonenflussdichte auf definierter Fläche (PPFD)“. Darauf aufbauend beschrieb er die verschiedenen Systeme begonnen bei einfachen LED-Leuchten, die nur ein und ausgeschaltet werden bis hin zu spektral gezielt veränderbaren und auch in der Belichtungsstärke variierbaren Lösungen. Er erklärte, wie Lichtspektren auf das Pflanzenwachstum wirken und wie diese Wirkung durch moderne LED-Beleuchtung im Gartenbau effektiv genutzt werden kann.

„Wenn wir über Belichtung sprechen, denken viele zuerst an Energie – also: wie viel Licht brauche ich für Wachstum. Aber Licht ist viel mehr als das. Es ist ein Steuerungsinstrument“, so Olschowski. Er beschrieb, wie über das Spektrum gezielt beeinflusst werden kann, wie Pflanzen wachsen, wie kompakt sie sind, wie viel Ertrag sie liefern. Sogar Qualität und Inhaltsstoffe können verändert werden.

„An dem Punkt hat LED-Technologie den Gartenbau grundlegend verändert“, sagte Olschowski. Der komplizierte Teil ist, dass es kein einheitliches Rezept für alle Pflanzenarten gibt. Bei einem Versuch mit Calibrachoa-Jungpflanzen führte ein blau-dominiertes Farbspektrum zu stark gestreckten Pflanzen, ein rein rotes Licht dagegen zu sehr kompaktem Wuchs im Vergleich zu den mit Tageslichtspektrum belichteten Pflanzen. Dieser Effekt kann bei anderen Arten genau gegenteilig ausfallen.

„Wir behandeln Licht oft wie Wasser oder Dünger – als Input. Aber Pflanzen nutzen Licht ganz anders: Sie lesen es wie ein Signal“ konstatierte Olschowski.

Vier Pflanztöpfe mit lila Blüten stehen nebeneinander zum Vergleichen.

Bild: Sebastian Olschowski erläutert die Wirkung von Farbspektren auf den Habitus von Pflanzen am Beispiel Calibrachoa.

Dennis Knoche - LED-Belichtung in der Jungpflanzenanzucht

Dennis Knoche, Bachelor of Science in Angewandter Pflanzenbiologie, untersuchte, wie sich Lichtsignale auf Jungpflanzen aus dem Zierpflanzen-, Gemüse- und Kräuterbereich auswirken. Im Projekt „Entwicklung moderner Kulturmethoden für eine ressourcenschonende Produktion rückstandsfreier Jungpflanzen auf Bio-Niveau“ ersetzte er chemische Wachstumsregulatoren durch gezielt steuerbare LED-Lichtspektren. Basilikum, Paprika, Tomate, Fuchsia, Pelargonium, Petunia und Lantana wuchsen dafür im Gewächshaus und in einer Mehrlagenkultur unter unterschiedlichen Lichtfarben und -intensitäten, als Vergleich diente eine unbehandelte Kontrolle im Gewächshaus. Das Ergebnis: Die in der Fachliteratur beschriebenen artspezifischen Unterschiede in der Wirkung verschiedener Lichtspektren konnte Knoche nicht bestätigen.

Die Versuche lieferten über alle getesteten Arten hinweg ein ähnliches Bild: Lila Licht (40 % Blau, 60 % Rot) sorgte für einen kompakten Wuchs, teils mit intensiver Laubfärbung. Weißes Licht (Tageslichtspektrum) förderte kräftiges Wachstum, ließ Kräuter jedoch unerwünscht früh blühen. Unter überwiegend rotem Licht (90 % Rot, 10 % Blau) bildeten die Pflanzen lange Internodien.

Sechs Anzuchtplatten mit Jungpflanzen auf dem Boden.

Bild: Dennis Knoche berichtet über die unterschiedliche Wirkung verschiedener Lichtspektren und Lichtintensitäten auf das Wachstum von Pelargonium-Jungpflanzen

Entscheidend war zudem die Lichtintensität: Bei 175 μmol/m2s über 20 Stunden entwickelten die Pflanzen einen kompakten Habitus und verkürzten gleichzeitig die Kulturzeit im Vergleich mit 70 μmol/m2s über 16  Stunden. Besonders vielversprechend erwies sich die Kombination aus weißem und lila Licht.

Drei Abbildungen mit Basilikumpflanzen zum Vergleichen.

70 μmol/m2s - Niedrige Lichtintensität

Drei Abbildungen mit Basilikumpflanzen zum Vergleichen.

175 μmol/m2s - Hohe Lichtintensität

Für Knoche ist klar: LED-Belichtung verbessert den Habitus von Jungpflanzen auch ohne chemische Hemmstoffe und lässt sich praxisnah einsetzen. Dennoch sieht er weiteren Forschungsbedarf: „Um die Ergebnisse abzusichern, brauchen wir weitere Versuche mit optimierten Kulturverfahren, einem breiteren Pflanzensortiment und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse im Vergleich zu herkömmlichen Anzuchtverfahren.“ Mit Blick auf die nächsten Schritte wurde an der LWG 2026 ein 225 Quadratmeter großes Gewächshaus mit modernster LED-Technik ausgestattet.

Beatrix Bieker-Royackers - Viola cornuta - späte Topftermine auf dem Prüfstand

Auch ohne Zusatzbelichtung lässt sich Viola cornuta in der lichtarmen Jahreszeit zu attraktiver Verkaufsware kultivieren. Um die Wirtschaftlichkeit zu steigern, untersuchte Gartenbauingenieurin Beatrix Bieker-Royackers (LWG-IEF), ob spät getopfte Pflanzen mit kürzerer Kulturzeit und geringerem Arbeitsaufwand bis zum Frühjahr verkaufsreif werden.

In einem Vorversuch ab Herbst 2024 wurden sechs Sorten im Zwei-Wochen-Rhythmus von Kalenderwoche (KW) 42 bis 50 getopft – ohne Ausputzen oder Hemmstoffe. Bei 4 °C Heiztemperatur sollten sie bis spätestens in KW 11 Verkaufsqualität erreichen. Der milde Winter 2024/25 und die hohe Lichtintensität förderten einen kräftigen Wuchs. In KW 10 war der früheste Satz aus KW 42 bereits an der Grenze zur Überständigkeit während der Satz aus KW 48 die beste Qualität zeigte. Die leistungsstärksten Sorten erreichten selbst bei Topfung in KW 50 bis KW 11 eine Verkaufsqualität von 100 %. Mit späteren Topfterminen stieg zudem die Flächenproduktivität. Aufbauend auf diesen Ergebnissen startete Bieker-Royackers im Herbst 2025 einen Folgeversuch mit 16 frühblühenden Viola cornuta-Sorten und Topfterminen in den KW 46, 48 und 50.

Flächenproduktivität in Euro pro Quadratmeter als Säulendiagramm dargestellt.

Abbildung: Beatrix Bieker-Royackers verglich die Verkaufsreife und Wirtschaftlichkeit verschiedener Topftermine von Viola cornuta bei einer Vermarktung in Kalenderwoche 10.

Im Folgeversuch wurde die Heiztemperatur auf 3 °C abgesenkt. Aufgrund des deutlich kälteren Winters 2025/26 entwickelten sich die Pflanzen bis Anfang Februar nur langsam und blieben nahezu blütenlos. Deshalb wurde erst in KW 7 von 120 auf 80 Pflanzen/m2 gerückt – die Flächenbelegung blieb dadurch niedriger. Ab Mitte Februar sorgten steigende Temperaturen und hohe Lichtintensitäten für kräftigen Wuchs und eine gute Blütenbildung. Fast alle Sorten erreichten bis KW 10, spätestens KW 11 Verkaufsreife. Überraschend schnitt der Satz aus KW 50 besser ab als der aus KW 48.

Wirtschaftlich betrachtet waren die Energiekosten der späten Sätze wegen der Einwurzelungsphase bei 14 °C etwas höher. Dem standen jedoch geringere Flächen- und Betriebskosten gegenüber. Dadurch stieg die Flächenproduktivität mit späteren Topfterminen – vorausgesetzt, die Pflanzen erreichten eine hohe Verkaufsqualität. Dabei zeigten sich deutliche Sortenunterschiede. Einige Sorten erzielten selbst bei Topfung in KW 50 noch eine sehr gute Verkaufsqualität bis KW 10. Weitere attraktive Sorten aus Topftermin KW 50 waren in KW 11 in guter Qualität verkaufsreif.

Bewertung der besten in KW 50 getopften Sorten in KW 10 (Boniturpunkte von 1 bis 9, 9 = Höchstwertung)

Eine Viola-Topfpflanze mit zweifarbiger Blüte.

'Sorbet XP With Blotch'

Topfpflanze mit weiß-lila Blüten der Violen

'Admire White Pink Wing'

Eine Viola-Topfpflanze mit gelber Blüte

'Admire Yellow'

Topfpflanze mit zweifarbiger Blüte der Violen

'Sorbet XP Yellow Jump Up'

Eine Viola-Topfpflanze mit gelber Blüte und dunklen Zentren.

'EVO mini Yellow'

Diese in KW 50 getopften Sorten erreichten in KW 11 gute Vermarktungsqualität

Topfpflanze mit mehrfarbigen Blüten der Violen.

'Admire Lemon Purple Wing'

Eine Viola-Topfpflanze mit gelber Blüte und dunklen Zentren.

'Yellow with Blotch'

Topfpflanze mit Blüten in zarte Farben der Violen.

'EVO Mini YTT'

Eine Viola-Topfpflanze mit zweifarbigen Blüten.

'Violet Face'

Topfpflanze mit orange-violetten Blüten der Violen.

'Orange with Purple Wing'

„Späte Topftermine können auch bei sehr kalten Witterungsbedingungen eine hohe Verkaufsqualität liefern - vorausgesetzt, es werden früh blühende, leistungsstarke Sorten gewählt“, so lautete das Fazit von Bieker-Royackers. Ein milder Winter mit hoher Lichtintensität, insbesondere im Januar und Februar, kann die Verkaufsreife jedoch deutlich beschleunigen.

Christine Hartmann - Lichtblicke in der Anzucht

Sommerflor-Sortiment 2026

Unter 800 Sorten namhafter Züchter, die in diesem Jahr an der LWG getestet werden, wählte Versuchsingenieurin Christine Hartmann (LWG-IEF) die Lichtblicke der Anzucht aus.

Getopft wurde in Kalenderwoche (KW) 11, überwiegend in Töpfe der Größe T12, mit dem torfreduzierten Substrat Patzer Blue Topf Grob (35 % Weißtorf). Gedüngt wurde über das Gießwasser mit 0,08–0,1 % Ferty EcoPhos 3 Mega von Planta (NPK 18-6-18). Um Energie zu sparen, lagen die Heiztemperaturen je nach Kultur bei 12 °C für kälteverträgliche beziehungsweise 16 °C für wärmeliebende Arten. Zusätzlich kam ab KW 14 das Verfahren „Cool Morning“ zum Einsatz. Dabei wurde die Heiztemperatur von einer Stunde vor bis drei Stunden nach Sonnenaufgang auf 6 °C abgesenkt. Dadurch ließ sich der Einsatz von Wachstumsregulatoren deutlich reduzieren. Nur vereinzelt wurde Mitte April ein- bis zweimalig 0,3 % Shorttrack eingesetzt. Gestutzt wurde nach Bedarf.

Auch beim Pflanzenschutz setzte die LWG auf einen möglichst nachhaltigen Ansatz. Durch den Einsatz von Amblyseius cucumeris und Amblyseius barkeri gegen Thripse und Weichhautmilben sowie der Schlupfwespenmischung Ornaprotect und Larven der Florfliege (Chrysoperla carnea) gegen Blattläuse konnte der Einsatz von Insektiziden auf ein Minimum reduziert werden. Gegen Echten Mehltau waren bei Bidens, Verbena, Dahlia und Coreopsis zwei Fungizidbehandlungen mit Nimrod und Score erforderlich.

Für die abschließende Auswahl der besten Sorten aus der Anzucht holte sich Christine Hartmann Unterstützung von ihren jungen Kolleginnen und Kollegen: den Auszubildenden Johanna und Lena sowie Projektmitarbeiter Dennis. „Wir überlegen, wie wir junge Menschen stärker für unsere Produkte begeistern können – also müssen wir ihre Meinung einbeziehen“, betonte Hartmann und stellte die Ergebnisse in ihrem Vortrag vor.

Heiß und trocken – was trotzt dem unterfränkischen Sommer?

Dennis überzeugte vor allem die intensiv leuchtende Sorte 'Boysenberry' aus der Vinca-Tattoo-Serie von PanAmerican Seeds. Nach der Aussaat in KW 7 und dem Topfen in KW 12 erreichte sie bereits in KW 19 – ganz ohne Stutzen oder Hemmstoffe – Verkaufsreife und wurden mit 8 von 9 Boniturpunkte bewertet.

Johanna's Favoriten stammten aus der Portulaca-Kokorita-Serie von Gruppo Padana. Die Sorten 'Compact Purple '26', 'Red 26' und 'Stella Marina' überzeugten mit kompaktem Wuchs und hervorragender Qualität. Nach zehn Kulturwochen waren sie in KW 20 ebenfalls ohne Stutzen oder Hemmstoffe verkaufsfertig.

Topfpflanze mit Blüten in lila und leuchtende Farbmitten.

'Boysenberry'

Portulakaröschen mit rosenförmigen Blüten in Rosa und sukkulente Blättern.

'Compact Purple '26'

Portulakaröschen mit rosenförmigen Blüten in Rot und sukkulente Blättern.

'Red '26'

Portulakaröschen mit weißen rosenförmigen Blüten und sukkulente Blättern.

'Stella Marina'

Hier fliegen die Insekten drauf – Favoriten aus den Beobachtungen der Mitarbeiter

Nicht nur Bienen und andere Bestäuber, sondern auch Dennis und Johanna begeisterte die ab 2027 verfügbare Dahlia Labella Grande Chocolate-Serie von Beekenkamp Plants. Die besonders homogenen Bestände der Sorten 'Amber' und 'Apricot' erreichten 8 beziehungsweise 9 Punkte. Nach neun Kulturwochen waren sie verkaufsreif, erforderlich war lediglich Stutzen in KW 13 und eine einmalige Hemmstoffbehandlung.

Ebenfalls als echter Insektenmagnet erweist sich Gaillardia Gusto Unique 'Swift Saffron' von Danziger. Mit ihrem dichten, gleichmäßigen Aufbau und ihrer außergewöhnlichen Blütenfülle erhielt sie die Höchstwertung von 9 Punkte.

Topfpflanze mit Dahlien-Blüten in orange mit rotem Ring um die Blumenscheibe

'Amber'

Topfpflanze mit Dahlien-Blüten in Aprikosentönen und dunkles Laub

'Apricot'

Blütenköpfe in rot mit gelbem Rand umgeben mit Knospen und Laubblättern

'Swift Saffron'

Auch die Salvia-Lake-Serie von Hilverda Florist zog zahlreiche Bestäuber an. Nach einmaligem Stutzen und Stauchen waren die Sorten in den KW 19 bis 21 verkaufsreif. Besonders die Nummernsorte 'EL-1036', die ab 2027 in limitierter Stückzahl verfügbar ist, überzeugte mit 8 Punkte.

Bei den Mehlsalbei-Sorten überzeugte außerdem die für 2027 verbesserte Salvia farinacea Farina-Serie von Volmary. Bereits nach sechs Kulturwochen bildeten die Pflanzen – ganz ohne Stutzen oder Hemmstoffe – homogene, blühfreudige Bestände. Dafür bekamen sie 8 Punkte. Ebenfalls regen Insektenbesuch bekamen zwei Bidens-Neuheiten von Kientzler: Die kompakten Sorten 'Goldstar' (Neu 2027) und 'Rockstar' (Neu 2026) erreichten 9 beziehungsweise 8 Punkte.

Kelchblättern mit kräftigen Blütenähren und Laubblättern im Pflanztopf.

'EL-1036'

Silberblauen Kelchblättern mit Blütenähren und Laubblättern im Pflanztopf.

'Silver Blue'

Kelchblättern mit kräftigen Blütenähren und Laubblättern im Pflanztopf

'Arctic Blue'

Bidens-Pflanzen mit gelben Blüten auf dem Kulturtisch.

'Goldstar 2027'

Gelben Blütenblättern mit Blütenstaub in der Mitte im Pflanztopf.

'Rockstar 2026'

Lichtblicke fürs Auge

Lena begeisterten vor allem zwei neue Sorten in den saatgutvermehrten Angelonia-Serien von PanAmerican Seed. Zwar benötigten Serenita 'Cherry Red' und Serena 'Magenta' rund zehn Kulturwochen bis zur vollen Blüte, überzeugten dann aber ganz ohne Stutzen oder Hemmstoffe mit der Höchstwertung von 9 Punkte.

Johanna schwärmte für die leuchtenden Farbtöne der Nemesia-Nesia-Serie von Danziger. Nach acht Kulturwochen und einer einmaligen Hemmstoffbehandlung präsentierten sich die Pflanzen in üppiger Blüte. Besonders die Sorte 'Gold' (9 Punkte) stach hervor.

Lena und Johanna waren sich einig, dass die gelben und orangefarbenen Sorten der Tagetes ein Hingucker sind. Welche der großblütigen Tagetes erecta Exp. Dwarf-Sorten Benary 2028 auf den Markt bringt, werden firmeninterne Sichtungen entscheiden. Sie bildeten ab KW 22 sehr homogene Bestände die mit 9 Punkte ausgezeichnet wurden.

Messlineal und eine Topfpflanze mit Angelonia-Blüten in Rot

'Cherry Red'

Messlineal und eine Topfpflanze mit dunkelroten Angelonia-Blüten

'Magenta'

Topfpflanze mit orchideeartigen goldgelben Blüten der Elfenspiegel

'Gold'

Topfpflanze mit pomponartigen goldgelben Blüten der Studentenblume

'Golden Yellow'

Topfpflanze mit leuchtend orangefarbenen Blüten der Studentenblume

'Orange

Einen Schwerpunkt der diesjährigen Sortensichtung bildeten Osteospermum. Die sonnen- und hitzeliebenden Pflanzen aus Südafrika überzeugten mit kompaktem Wuchs und hoher Einheitlichkeit. Die Margarita-Serie von Dümmen Orange wurde nach sieben bis acht Kulturwochen und einmaligem Stutzen in KW 20 mit 8 bis 9 Punkte bewertet. Neu sind hier die beiden Sorten 'Yellow 2027' und 'White 2027'. Ebenfalls die Höchstpunkte von 9 erhielt die FlowerPower-Serie mit den 2027 neuen Sorten 'Purple 27', 'Soft Pink' und 'White 27', benötigte dafür jedoch etwas mehr Kulturzeit.

Eine Kapkörbchen-Topfpflanze mit leuchtend gelben, margeritenartigen Blüten.

'Yellow 2027'

Eine Kapkörbchen-Topfpflanze mit margeritenartigen, weißen Blüten.

'White 2027'

Topfpflanze mit pinkfarbenen, margeritenartigen Blüten der Kapkörbchen

'Soft Pink'

Topfpflanze mit reinweißen, margeritenartigen Blüten der Kapkörbchen

'White '27'

Hartmann hätte nicht gedacht, dass auch Petunien zu den Favoriten des jungen Teams gehörten. Die Capella-Serie von Danziger überzeugte mit den Sorten 'Rose Inked' und 'Inked' bereits nach fünf Kulturwochen. Besonders die Sorte 'Inked' überzeugte alle. Nach einer einmaligen Hemmstoffbehandlung entwickelten sich kompakte Pflanzen mit zarten Pastelltönen und einem markanten dunklen Schlund. Ebenfalls 8 bis 9 Punkte erhielt die BK Upright-Serie, die Beekenkamp Plants 2027 um fünf Farbsorten mit spannenden Zeichnungen erweitert. Beide Serien wurden einmalig mit Hemmstoffen behandelt, wären laut Hartmann jedoch auch ohne diese kompakt geblieben.

Petunien-Topfpflanze mit trompetenförmigen und einer tintenartigen Pigmentierung Blüten

'Inked'

Topfpflanze mit trichterförmigen Blüten in Rosaton und einer tintenartigen Pigmentierung.

'Rose Inked'

Eine Petunien-Topfpflanze mit zweifarbigen, trichterförmigen Blüten.

'Purple Star'

Eine Petunien-Topfpflanze mit rosafarbenen Blüten und dunklen Zentren.

'Rosette Blend'

Eine Petunien-Topfpflanze mit Blüten in dunkelrosa und einer dunkleren Aderung.

'Berry Vein'

Was kommt auf den Balkon der jungen Gärtner?

Zum Abschluss präsentierte Hartmann die persönlichen Lieblingskombinationen von Johanna, Dennis und Lena.
Johanna setzt auf kräftige Farben in warmen Gelb- und Orangetönen: Plectranthus 'Solar Fire' (Kientzler, 9 Punkte), Argyranthemum Santorini 'Bright Red' (Florensis, 9 Punkte), Rudbeckia Claire 'Orange' (Takii, 6 Punkte), Coreopsis Solena 'Yellow Red' (Volmary, 6 Punkte) und Agastache Sunny Sparks 'Peach Pearl' (Danziger, 7 Punkte) sorgen gemeinsam für Flower-Power im Sommer.

Topfpflanze mit hellgrünen Blättern und dunkelroten Adern der Buntnessel

'Solar Fire'

Eine Strauchmargeriten-Topfpflanzen mit Blüten in Kirschrot mit gelben Blumenscheibe.

'Bright Red'

Gelben Blüten des Sonnenhuts mit dunkler schokobrauner Mitte im Pflanzkübel.

'Orange'

Eine Duftnessel-Topfpflanzen mit orangefarbenen Blüten in dichten, aufrechten Ähren.

'Peach Pearl'

Dennis bevorzugt markante Hingucker mit kräftigen Kontrasten. Seine Kombination aus Salvia farinacea Farina, Rudbeckia Littlebeckia 'Moonwalk' (Vitroflora, 7 Punkte), Salvia Salvino 'Salmon Pink' (Elsner pac, 7 Punkte) und Verbena 'Muffin Mag Rose' (Westhoff, 8 Punkte) verbindet kräftige Farben mit einer langen Blüte und wird zum dauerblühenden Eyecatcher.

Pflanzkübel mit dunkelblauen Blütenrispen der Salbei

'Blue'

Eine Salbei-Topfpflanzen mit kirschroten Blütenständen.

'Salmon Pink'

Gelben Blüten des Sonnenhuts mit einer dunklen, kegelförmigen Mitte im Pflanzkübel.

'Moonwalk'

Rote Blüten der Sonnenhut mit kegelförmiger Mitte im Pflanzkübel

'Red'

Lena dagegen träumt von einem Mondscheingarten. Ihre Favoriten sind Petunia Mini Vista 'Pink Cloud' (Kientzler, 9 Punkte), Osteospermum Margarita 'White 2027' (Dümmen Orange, 9 Punkte), Xerochrysum Sunbrella 'White' (Kientzler, 8 Punkte), Nemesia Fairy Kisses 'Pink Lemonade' (Kientzler, 7 Punkte) und Scabiosa Kudo 'White' (Kientzler, 8 Punkte). Silbrige und helle Blütentöne sorgen für eine elegante, ruhige Ausstrahlung und leuchten selbst in Vollmondnächten.

Große weißen rosettenartige Blütenkörbchen auf schlanken Stielen

'White'

Zweifarbige Blüten mit goldgelbem Auge der Elfenspiegel im Pflanztopf

'Pink Lemonade'

Topfpflanze mit reinweißen, margeritenartigen Blüten der Kapkörbchen.

'White 2027'

Eine Petunien-Topfpflanzen mit kleinen sternförmigen zartrosa Blüten und weißes Zentrum

'Pink Cloud'

Hartmann wies am Ende ihres Vortrags darauf hin, dass alle Ergebnisse der Anzucht-Bonituren im Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG)-Sortenfinder der LVG Heidelberg nachzuschlagen sind. Neben der LWG Veitshöchheim beteiligen sich unter der Federführung der LVG Heidelberg auch das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) Thüringen, die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen und das Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Sachsen. In dieser Datenbank sind alle produzierten und bonitierten Sorten verschiedener Versuchsanstalten gelistet – eine wertvolle Hilfe für Gärtnerinnen und Gärtner sowie den öffentlichen Grünbereich. Sie lud die Gäste ein, das von ihr präsentierte Feuerwerk neuer, attraktiver Sorten anschließend auf dem Versuchsgelände zu besichtigen.


„Licht-Blicke“ in der Fachausstellung und auf dem Versuchsgelände

Im Anschluss an das Vortragsprogramm verwandelte sich die große Fachausstellung in einen lebendigen Treffpunkt. Besucherinnen und Besucher sowie ausstellende Firmen nutzten die Möglichkeit, sich intensiv über zukunftsweisende Produkte und Sortimentstrends der gesamten grünen Branche auszutauschen. Gespräche, Praxis-Tipps und neue Kontakte sorgten für inspirierende Impulse.

Besonders deutlich wurde die Bandbreite der Messe durch die vertretenen Aussteller:
Züchterfirmen und Anbieter aus den Bereichen Beet- und Balkonpflanzen, Stauden, Naschgemüse und Obstsorten präsentierten ihre Sortimente. Unternehmen für moderne Gewächshaustechnik, Substrate, Düngemittel und Pflanzenstärkungsmittel gaben Impulse für innovative Produktion.

Ein echtes Highlight war der Rundgang durch die blühenden Versuchsfelder der LWG. Dort präsentierte sich die beeindruckende Sortenvielfalt der Gartenleistungsprüfung in voller Pracht. Alle Pflanzen stehen in torffreiem Substrat und werden mit wassersparender Tröpfchenbewässerung versorgt. Bei den Führungen gaben die Versuchsingenieurinnen Christine Hartmann und Beatrix Bieker Royackers spannende Einblicke in die wichtigsten Neuheiten und zeigten, welche Sorten das Potenzial haben, die Gärtnerei von morgen zu bereichern.

Zahlreiche Besucher im Gewächshaus in Gespräche

Fachgespräche

Ausstellungsstand der Firmen mit blühenden Pflanzen und Firmenplakat.

Messeständen

Christine Hartmann hält Mikrofon in der Hand und erklärt dem Besucher die Pflanzen.

Gartenleistungsprüfung

Besucher stehen um die Kübelpflanzen mit blühenden Blumen auf einer Fläche mit Referentin.

Blütenpracht

Der Termin für die Fachtagung Zierpflanzenbau im kommenden Jahr steht bereits fest: Am Donnerstag, den 8. Juli 2027, lädt die LWG wieder nach Veitshöchheim ein – ein Datum, das sich alle Interessierten schon jetzt im Kalender vormerken sollten.