Nachlese GaLaBau-Herbst 2015
„Wild und bunt – Ansaaten für Stadt und Land“

10. Veitshöchheimer GaLaBau-Herbst - „Wild und bunt – Ansaaten für Stadt und Land“
Die zehnjährige Jubiläumsveranstaltung des Veitshöchheimer GaLaBau-Herbstes der Abteilung Landespflege der LWG und des Verbandes ehemaliger Veitshöchheimer (VEV e.V.) war dem Thema „Wild und bunt – Ansaaten für Stadt und Land“ gewidmet. Die Resonanz war überwältigend. Schon Tage vorher war auch der letzte Platz in der Aula ausgebucht. Die Referenten aus Forschung, Praxis und Erzeugung beschäftigten sich in ihren Vorträgen mit verschiedenen Mischungen, der erfolgreichen Etablierung von Ansaatflächen, Anwendungsbeispielen in der Praxis sowie wirtschaftlichen und gestalterischen Aspekten.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Organisator Herrn Nikolai Kendzia ging es auch schon gleich ins Fachliche.

Buntes aus der angewandeten Forschung

Der erste Block „Buntes aus der angewandten Forschung“ gab einen Einblick in die Versuchsarbeit der Abteilung Landespflege zum Thema Ansaaten. Frau Kornelia Marzini erläuterte die Bandbreite der verschiedenen Möglichkeiten, Ansaaten einzusetzen und machte die Abgrenzung zwischen Siedlungsraum und freier Landschaft deutlich.
Angelika Eppel-Hotz stellte Ergebnisse aus fünfjähriger Versuchsdauer zu speziell entwickelten blütenreichen Saatgutmischungen aus ein-, zwei- und mehrjährigen Arten für den Siedlungsbereich sowie erste Beispiele aus der Umsetzung in der Praxis vor.

Buntes aus der Praxis

Unter dem Motto „Buntes aus der Praxis“ gab zunächst Herr Helmut Kern, Leiter des Gartenbauamtes Karlsruhe, einen Überblick über sein städtisches Grünkonzept. Er berichtete über die langjährige Praxis mit heimischen Wiesen im Stadtgebiet Karlsruhe und gab den Teilnehmern neben zahlreichen Fotos vergleichende Zahlen hinsichtlich der Kosten kurz gemähter Rasen- und unterschiedlich oft geschnittener Wiesenflächen an die Hand.
„Vom Wechselflor zu Staudenpracht und Blumenwiese“ war das Thema, zu dem Herr Georg Krause, Grünplaner und Umweltbeauftragter der Stadt Donzdorf, eindrucksvolle Beispiele aus seiner Arbeit präsentierte. Aus Kostengründen „verbannte“ er im Jahre 2004 alle Wechselflorflächen aus dem Stadtbild. Er setzt auf dauerhafte Staudenpflanzungen sowie Ansaatflächen im innerstädtischen Bereich. Sein Rezept zur Erzielung einer angemessenen Akzeptanz der Flächen, ist immer der Dialog mit der Bevölkerung und ausreichend Information.
Im eingespielten Duo berichteten der Umweltbeauftragte der Stadt Bad Saulgau Herr Thomas Lehenherr und der Leiter der Stadtgärtnerei Herr Jens Wehner wie sie im Laufe der Jahre das Stadtgrün komplett umkrempelten. Ihr Konzept mit artenreichen, naturnahen Pflanzungen und Ansaaten brachte der Stadt im Jahre 2011 den Titel „Landeshauptstadt der Biodiversität“ ein. Aufgrund dieser Umstellung, der Einbeziehung der Bürger und ihres persönlichen Engagements, ist es ihnen gelungen, mit gleicher Personalausstattung fast doppelt so viele Grünflächen wie noch vor 20 Jahren zu bewirtschaften.

Buntes aus der Erzeugung

Zur Abrundung des Themas gab es im letzten Themenblock „Buntes aus der Erzeugung“ noch wertvolle Tipps für die Praxis. Herr Ernst Rieger, Fa. Rieger-Hofmann machte den Unterschied zwischen Wiesen und Säumen deutlich und gab einen Einblick in die komplexe Arbeit der Saatguterzeugung. Er nahm sich dem wichtigen Thema zur Anlage von Saatgutflächen an und erläuterte sehr praxisnah, worauf es bei der Bodenvorbereitung und Ansaat ankommt und wie Fehler hierbei vermieden werden können.
Das Referat von Herrn Jochen Knappe, Fa. Knapkon war schwerpunktmäßig einer Kostengegenüberstellung von Rasen-, Ansaaten- und Pflanzflächen gewidmet und zeigte einen klaren Kostenvorteil der dauerhaften Ansaatflächen. Er präsentierte verschiedene erfolgreiche Projekte, in denen kombinierte Mischungen aus ein- und mehrjährigen Arten verwendet wurden, darunter auch Pilotprojekte mit Veitshöchheimer Mischungen.
Der Abschlussvortrag galt den „Exoten“ unter den Pflanzen-Arten. Herr Jan van’t Riet, Fa. Küpper Blumenzwiebeln & Saaten GmbH stellte einige seiner plakativ wirkenden Mischungen vor, die mit ein- und zum Teil mehrjährigen Pflanzenarten vorwiegend farbigen Aspekten gewidmet sind. Diese kommen in der Wirkung am ehesten dem Wechselflor nahe und tragen den Bürgern, die bunte Blumen bevorzugen, am ehesten Rechnung.
Am Ende der Veranstaltung führten Frau Kornelia Marzini und Frau Angelika Eppel-Hotz die Teilnehmer über die Versuchsflächen der LWG mit verschiedenen ein- und mehrjährigen Ansaatmischungen, wo es noch Gelegenheit zum Informationsaustausch gab. Die Studierenden der SMV sorgten mit warmen und kalten Getränken den ganzen Tag hinweg für das leibliche Wohl der Teilnehmer.