Forschungsprojekt
4. Netzwerktreffen "Farbe für Stadt und Land"

Die Teilnehmer des Netzwerktreffens auf einer Ansaatfläche im Gewerbegebiet, die als sinnvolle Zwischennutzung zur Pollen- und Nektarversorgung beiträgt bis das Grundstück bebaut wird. Rechts im Bild die Informations-Tafel „Hier blüht es für Bienen, Hummeln & Co.“
Am 26.7.18 fand das nunmehr 4. Jahrestreffen des Netzwerks „Farbe für Stadt und Land“ in der Marktgemeinde Großostheim im Landkreis Aschaffenburg statt. Vertreter der LWG, interessierte Firmen und Mitarbeiter zahlreicher Kommunen tauschten ihre Erfahrungen mit der Ansaat von Staudenmischungen aus. Großostheim unterhält inzwischen rund 15 blumenreicher Ansaatflächen, die schon von weitem an der Insektenhotel-Tafel „Hier blüht es für Bienen, Hummeln & Co.“ erkennbar sind. Auch im Gewerbegebiet lohnen Ansaatflächen: als sinnvolle Zwischennutzung tragen auch sie zur Pollen- und Nektarversorgung bei.
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Besichtigung der unterschiedlichen Wildblumenflächen in Großostheim, darunter diese 1schürige Wiese auf einer Dammschüttung. Aufgrund der extremen Trockenheit waren die Blütezeiträume der einzelnen Arten stark nach vorn verschoben. Intensives Diskussionsthema unter den Teilnehmern war daher auch die Optimierung des Ansaattermins, um in trockenen Jahren den Anwuchserfolg zu begünstigen.
Von Praktiker zu Praktiker: Im Mittelpunkt der Netzwerktreffen steht der Austausch über die Neuanlage und Pflege von blumenreichen, lebensraumspendenden Ansaaten. Dabei ist viel Pflanzenwissen gefragt.
Auch eine blütenreiche Biogas-Ansaatfläche wurde besichtigt, die im Gegensatz zu Mais einen deutlichen Mehrfachnutzen bringt: Pollen, Nektar und Biomasse. Interessierter Teilnehmer war daher auch ein ortsansässiges Graspferd.
Christian Gasper (links), in der Marktgemeinde Großostheim zuständig für Gartenbau und Grünflächenmanagement, ist der Mann mit dem Gesamtüberblick.
Er kümmert sich um die Ausschreibung und Vergabe von Erstanlage- und Pflegeleistungen der Ansaaten zum richtigen Zeitpunkt: Denn wann gesät und gemäht wird, entscheidet mehr über den Blüherfolg als die gewählte Saatgutmischung.
Ausführliche Informationen und Ergebnisse zum Forschungsprojekt "Farbe für Stadt und Land - Artenreiche Ansaaten für den Siedlungsbereich" sind in einem Merkblatt zusammengefasst.