Gartencast
Klimawandel im Obstgarten
1. Juli 2026
Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf den Obstgarten. Wie man Sonnen- und Hitzeschäden abwehren kann erklären die Fachleute der Bayerische Gartenakademie.
Klimawandel im Obstgarten
Ja genau, nicht nur für uns Menschen sind diese Temperaturen ein Problem, sondern auch unser Obstgehölze leiden unter den extremen Temperaturen. Die Hitze schwächt die Abwehrkräfte der Pflanzen, erhöht ihre Anfälligkeit für Krankheiten und kann zu erheblichen Ernteausfällen führen. Daher ist es umso wichtiger unsere Obstbäume und Beerensträucher gezielt zu schützen und an die veränderten Klimabedingungen anzupassen.
Besonders sichtbar werden Hitzeschäden an den Früchten. Gerade bei Beerenobst wie Stachelbeere, Johannis- und Himbeeren, die eine sehr weiche und dünne Schale haben treten Sonnenbrandschäden auf. Die Früchte sind dann oft auf einer Seite hell, weich und wirken wie gekocht.
Dies führt dann oft dazu das der Strauch die Früchte abwirftt.
Grundsätzlich lieben diese Obstarten ja einen Sonnigen Standort. Doch in der heutigen Zeit, wo die Sommer immer heißer werden, wäre ein leicht geschützter Standort mit lichten Schatten besser. Es ist auch wichtig das geschädigte Früchte konsequent entfernt werden, da sie Fruchtfliegen anziehen und Pilzkrankheiten fördern.
Auch Kern- und Steinobst sowie Trauben und Nüsse können unter Sonnenbrand leiden.
Bei Äpfeln tritt das Problem besonders häufig auf, wenn die Baumkrone zu stark ausgelichtet wurde. Ein zu intensiver Sommerschnitt reduziert den schützenden Blattschirm, sodass die Früchte ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind. Die Folgen sind weiches, geschmackloses Fruchtfleisch, braune faulige Flecken auf den Äpfeln.
Bei Zwetschgen kann das Fruchtfleisch regelrecht verätzen und ungenießbar werden. Eine ausgewogene Kronenpflege, also keine zu lichte Korne, die ausreichend Laub als natürlichen Sonnenschutz erhält, ist daher entscheidend.
Ja, genau. Neben den Früchten leidet auch das Holz der Bäume unter extremen Witterungsschwankungen. Der Wechsel zwischen großer Hitze und plötzlicher Abkühlung, etwa durch starke Regenfälle, oder im Frühjahr wenn die Tag Nacht Temperaturdifferenz sehr hoch ist, kann zu sogenannte Sonnenrisse führen. Dabei entstehen Spannungen im Holz, die zu Rissen in Rinde und Splintholz führen. Dies tritt meist an der sonnen Seite auf. Diese Wunden sind wiederum Eintrittspforten für Pilze und Krankheitserreger, was zu Folgeschäden führen kann. Erste Anzeichen sind Verfärbungen in der Wunde, austretende Flüssigkeit oder Harzfluss. Oft tritt dies am Hauptstamm oder an den Leitästen auf. Unbehandelt können ganze Äste oder sogar der Baum absterben.
Um solchen Schäden vorzubeugen, sind mehrere einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen möglich. Ein zentraler Ansatz ist das gezielte Schaffen von Schatten. Dies geht natürlich nur bei kleinen Bäumen oder Sträuchern. Z.B Mit Hilfe von Schattiergewebe, helle Tücher oder Sonnenschirmen können die Pflanzen vor intensiver Einstrahlung geschützt werden. Wichtig ist dabei, dass die Abdeckung nicht direkt aufliegt, damit die Luft zirkulieren kann und Hitze sich nicht staut. Bei Topfpflanzen sollte zusätzlich darauf geachtet werden, dass sich dunkle Gefäße stark aufheizen und so zu Wurzelschäden kommen kann. Hier helfen Übertöpfe oder schattierende Ummantelungen.
Ebenso entscheidend ist ein angepasstes Wassermanagement.
Gegossen werden sollte am besten in den frühen Morgenstunden, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann, bevor es verdunstet. Zusätzlich ist Eine gut gepflegte Baumscheibe wichtig. Dies verbessert die Wasseraufnahme: Dabei wird der der Boden leicht gelockert und konkurrierende Gräser werden entfernt. Aber vorsichtig damit man die Wurzeln nicht verletzt. Eine Mulchschicht aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh, Laub, Miscanthus, Holzhäckseln oder Schafwolle schützt zusätzlich vor Verdunstung. Und kann auf die Baumscheibe aufgebracht werden. Das verhindert auch die Bodenverkrustung und fördert das Bodenleben. Gleichzeitig wirkt Mulch wie ein Puffer bei Starkregen und unterstützt langfristig die Humusbildung und die Wurzelentwicklung.
Die Nährstoffversorgung spielt eine wichtige Rolle für die Widerstandskraft der Pflanzen. Eine Gabe von gut verrottetem Kompost im Frühjahr verbessert den Boden nachhaltig. Als kleiner Richtwerte gelten etwa 10 Liter bei Jungbäumen bis zum fünften Standjahr, also ein Eimer der auf die Baumscheibe ausgebracht wird.
20 Liter für Bäume im sechsten bis zehnten Standjahr und etwa 4 Eimer Kompost also 40 Liter für ältere Bäume. Dies wird im Traufbereich ausgebracht wo sich die Feinwurzeln befinden. Der Kompost verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und aktiviert das Bodenleben. Also alles, was ein Gesunder Boden braucht!
Ja das stimmt! In dieser Phase legen die meisten Obstgehölze bereits die Fruchtknospen für das folgende Jahr an. Gleichzeitig müssen sie aber noch die Früchte von diesem Jahr versorgen. Hitze, Trockenheit und Nährstoffmangel können diesen Prozess empfindlich stören und spätere Erträge mindern.
Eine gleichmäßige Wasserversorgung, ausreichender Hitzeschutz und eine gute Nährstoffbasis sind daher in dieser Zeit besonders wichtig.
Eine bewährte Maßnahme zum Schutz des Stammes ist es ihn zu Weißeln. Der helle Kalkanstrich reflektiert das Sonnenlicht und verhindert eine übermäßige Erwärmung des Stammes. Dadurch lassen sich Spannungsrisse sowie Sonnen- und Frostschäden am Holz deutlich reduzieren. Besonders im Winter und im zeitigen Frühjahr, wenn starke Temperaturschwankungen auftreten, bietet der Weißanstrich wirksamen Schutz. Er ist daher sowohl für Jung- als auch für Altbäume empfehlenswert.
Also, wer auf eine ausgewogene Kronenpflege achtet, gezielt beschattet, richtig bewässert, den Boden mulcht, die Nährstoffversorgung sicherstellt und die Stämme schützt, ist super aufgestellt. Das alles schafft die Grundlage für gesunde, widerstandsfähige Bäume und stabile Erträge – auch in zunehmend heißen Sommern.

