Gartentipp
Vitamine von der Fensterbank
12. Februar 2026

Im Winter sehnen wir uns nach frischem Grün und gesunden Vitaminen. Im Garten spitzen ganz zaghaft der Schnittlauch und manch andere Kräuter. Schnelle Vitamine gibt es in der kalten Jahreszeit auch mit Microgreens und Sprossen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Selbst angebaut auf der Fensterbank, macht es nicht nur Spaß, die jungen Pflänzchen anzuziehen, sondern die Vitamine kommen frisch auf den Teller.

Sprossen oder Microgreens?

Sprossen sind die „Kleinen“. Als Keimsprossen werden die Samen meist in einem Keimglas zum Quellen gebracht und verzehrt, wenn sich noch kaum Wurzeln und Blätter entwickelt haben. Wichtig ist hier die Hygiene. Die Samen werden lediglich immer wieder (täglich zweimal) mit frischem Wasser gespült, um nicht auszutrocknen und aber auch keine Schimmelpilze zu bilden.

Einfacher geht es mit sogenannten Grünsprossen. Hier verzehrt man die grünen Blätter mit Stängel. Die Samen quellen auf einer Watteunterlage, einem Küchenkrepp oder Keimschalen. Die Unterlage bleibt feucht und bietet den Wurzeln Halt. Nach etwa sieben bis zehn Tagen schneidet man die ersten jungen Triebe über der Wurzel ab. Im Lebensmitteleinzelhandel kennt man die eckigen Pappschälchen mit Kresse oder rotem Rettich.

Als Microgreens sind die Pflänzchen noch größer. Sie wachsen auf Erde oder auch einem Vlies, werden jedoch erst nach etwa zwei oder drei Wochen erstmals geerntet. Oft ist auch eine weiter Ernte möglich. Da sich grüne Blätter bilden, benötigen Microgreens wie auch schon die Grünsprossen Licht.

Verwenden Sie Saatgut, das speziell zur Anzucht von Sprossen oder Microgreens ausgewiesen ist. Z.B. Kresse, Rauke, Radieschen, …. Keimlinge von Hülsenfrüchten wie Bohnen werden vor dem Verzehr blanchiert, denn sie sollten nicht roh verzehrt werden. Ungeeignet sind Nachtschattengewächse wie Tomate und Chili.

Kresse am Küchenfenster – das schnellste Gemüse

Für die Kresse-Anzucht im Zimmer benötigt man möglichst frisches, gut keimfähiges Saatgut, eine am Boden flache Schale (z. B. aus Glas, Keramik oder ein saubere Familien-Eispackung) und etwas Küchenkrepp. Die Schale erhält eine genau zugeschnittene Einlage aus Küchenkrepp in doppelter Lage. Diese wird vorsichtig befeuchtet und dann mit Kressesamen bestreut. Achten Sie darauf, dass gut die Hälfte der Kreppfläche noch durchscheint, da die Pflänzchen sonst zu dicht stehen. Die Schale bedeckt man bestenfalls mit einem Teller oder dem lose aufgelegten Deckel der Eispackung. Von nun an befeuchtet man die Schale täglich zweimal mit etwa einer halben Tasse Wasser, gießt es aber sofort wieder ab. An den ersten Tagen passiert dies sehr vorsichtig, um keine Samen auszuschwemmen. Später halten sich die Keimlinge gegenseitig fest, und das Befeuchten und Abgießen geschieht einfach unter dem Wasserhahn über dem Spülbecken.
Nach etwa einer Woche erfolgt die Ernte mit einer Schere. Dazu kann man die „Kressewiese“ sogar aus der Schale herausheben. Man hält sie möglichst seitlich, dann fallen nur die trockenen, sauberen Grünsprossen der Kresse in die Salatschüssel. Nach kurzem Waschen eignen sie sich für eigenständigen Salat, aber auch zum Garnieren anderer Salate wie Kopfsalat oder Kartoffelsalat. Kresse geht auch warm: Kresse-Suppe mit Zwiebel, Gemüsebrühe, Sahne, Eigelb, einem Schluck Weißwein sowie Salz, Pfeffer, Muskat und Croutons als Topping.