Gartencast
Ziersträucher jetzt schneiden
1. März 2019

Die strengsten Fröste sind vorüber und Frühlingstage locken uns in den Garten. Nun ist die ideale Zeit für den Gehölzschnitt gekommen. Fachliche Auskunft für diese Maßnahme an Ziersträuchern geben die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

Ziersträucher jetzt schneiden

März - ein günstiger Schnitttermin für viele Ziersträucher

Grundsätzlich kann der Strauchschnitt auch schon früher und im Sommer erfolgen. Im laublosen Zustand kann man die erforderlichen Eingriffe jedoch besser erkennen und gezielt handeln. Geschieht dies schon im Januar und Februar, so können Frost und Krankheitserreger den entstandenen Wunden schaden. Der Ausgangs des Winters wieder einsetzende Saftfluss in den Gehölzen verringert dieses Risiko nun erheblich. Weiter sollte man nicht zuwarten, um einen gewünschten Neuaustrieb nicht zu schwächen. Dies gilt für Ziersträucher, die ab dem Frühsommer blühen wie Rosen, sommerblühende Clematis-Arten, Weigelie, Sommerjasmin, Deutzie, Sommerflieder, Blauraute, Säckel- und Bartblume.
Hingegen greifen wir bei den Frühjahrsblühern wie Forsythie, Kornelkirsche, Ranunkelstrauch, Brautspiere, Zierjohannisbeere, Rhododendron und Flieder erst unmittelbar nach deren Blüte zur Schere. Uns und vielen nützlichen Insekten würde ansonsten ein großer Teil der Blütenpracht entgehen. Außerdem bilden die Pflanzen am neuen Zuwachs ihre Blütenknospen für das kommende Jahr.

Auslichten anstelle Kugelschnitt

Für einen locker aufgebauten, nicht zu dichten Habitus mit üppiger Blütenfülle am ganzen Gehölz gilt es den Strauch, vor allem im Inneren, auszulichten. Dabei werden ältere, dicke, aber auch kranke, vergeilte und zu schwache Triebe direkt über dem Boden abgeschnitten. Zu lange, bogig überhängende Teile werden am besten über einer tiefer angeordneten Verzweigung zurückgenommen. So wird das generelle Einkürzen aller oder zu langer Triebe vermieden, was wiederum eine starke Neutriebbildung und dichte Verzweigung an den Strauchspitzen auslösen würde.
Nur wenige Ziersträucher benötigen einen stärkeren Schnitt. Hierbei werden im März die letztjährigen Triebe, die noch Blütenreste enthalten, auf einen Stummel mit zwei bis drei Augen zurückgenommen. Sommerflieder, Blauraute Perovskia, Bartblume, Säckelblume, Fingerstrauch, Zwergspiere, Gartenhibiskus, Rispenhortensie, Strauch- und Ballhortensie (nicht verwechseln mit der Bauernhortensie) gehören zu dieser Gruppe. Bei Mandelbäumchen, schwachwachsenden Zierkirschen erfolgt der Rückschnitt unmittelbar nach ihrem Abblühen. Dann werden auch die abgeblühten Triebspitzen von Sommer- und Winterheide entfernt.
Bei Edel-, Beet- und Bodendeckerrosen verbleiben an den maximal fünf Trieben jeweils drei bis fünf Knospen. Hingegen werden Strauchrosen ähnlich der Forsythie oder Johannisbeere ausgelichtet.

Weitere Hinweise

Zier- und Beerenobststräucher bilden ohne Schnitt vergreiste, verkahlende Triebe, dichte Stöcke und weniger Blüten. Bei jährlichem Schnitt erfolgen die Eingriffe moderat. Das Gehölz behält eine günstige Struktur und üppige Blütenpracht.
Beerenobst sollte vor der Blüte gut ausgelichtet sein und wenige, jedoch kräftige ein- bis dreijährige Triebe besitzen. An ihnen entstehen Früchte in jeweils guter Größe und Qualität.
Aus Gründen des Vogelschutzes besteht ein Schnittverbot von Gehölzen und Hecken von 1. März bis 30. September. Es gilt für das Roden und das sogenannte “auf den Stock setzen“ von Gehölzen, nicht jedoch für das Auslichten und den fachgerechten Rückschnitt.