Gartentcast
Gärtnerwissen gefragt!
1. Januar 2020

Freizeitgärtner nutzen das Angebot, sich per Telefon und Email-Anfragen bei der Bayerischen Gartenakademie neutrale und fachkompetente Informationen einzuholen. Welche Themen dabei besonders gefragt sind, erklären die Experten dieser Beratungsstelle.

Gärtnerwissen gefragt!

Informationen im Internet

Auf der Homepage der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau kann gärtnerisches Wissen jederzeit abgerufen werden. In der Rubrik „Freizeitgartenbau“ stehen Fachinformationen in Form von Infoschriften zu Gemüse, Obst, Zierpflanzen zur Verfügung. Mit den Wochentipps, dem wöchentlichen Gemüseblog und dem monatlichen Gartencast sind aktuelle Themen eingestellt. Umfangreiches Wissen enthalten sowohl die Berichte der Bayerischen Gartenakademie, unter anderem. zu Pflanzenschutz, Düngung, Biodiversität, Bewässerung, Bio-Anbau als auch die Broschüren zu Urban Gardening.

Individuelle Fragen

Jährlich erreichen uns etwa 4000 telefonische und inzwischen knapp 1300 Email- Anfragen. Die Beratungswünsche auf elektronischem Weg betreffen zu 35 bis 40 Prozent den Obstanbau, zu 20 Prozent Gehölze (vor allem Rosen, Buchs, Koniferen, Ziersträucher), sowie zu je 10 bis 15 Prozent Gemüse inklusive Kräuter und Zierpflanzen plus Stauden. Mit etwa 40 Prozent stehen Fragen zu Anbau und Pflege im Vordergrund, ergänzt um Themen zu Pflanzenschutz (gut 30 Prozent). Die Aufteilung kann weitgehend auf das zweimal wöchentlich besetzte Gartentelefon übertragen werden, wobei der Gemüseanteil mit 20 Prozent höher liegt. Außerdem entfallen auf Anbau und Pflege von Kulturen über alle Sparten jedoch fast 60 Prozent.

Saisonale Themen

Fragen zur Sortenwahl und Bezugsadressen spielen fast ganzjährig eine Rolle; bei Neupflanzungen von Obst- und Ziergehölzen dominieren jedoch die Herbst- und Frühjahrsmonate. Pflanzenschutz hat seinen Schwerpunkt ab April (zunächst Schnecken, Läuse, Raupen; Spitzendürre). Zum Sommer hin dann Mehltau, wurmiges Obst und Wurzelgemüse sowie nichtparasitäre Schäden wie Stippe, Blütenendfäule, Sonnenbrand. In den letzten Jahren stehen auch die neuen Erreger wie Kirschessigfliege und Buchsbaumzünsler im Fokus. Zum Herbst sind Überwinterungstipps besonders wichtig.

Trends

Biodiversität im Garten, das heißt Nützlingsförderung durch Nisthilfen und entsprechende Blühpflanzen, Stauden, Blumenwiesen und artenreiche Hecken haben in den letzten beiden Jahren stärkere Beachtung gefunden. Dies geht einher mit dem Trend zum naturnahen Gärtnern, Verzicht auf Torf und chemischen Pflanzenschutz mit Einbeziehung von alternativen und mechanischen Bekämpfungsmöglichkeiten. Auch spielen resistente Sorten von Obst, Rosen und Gemüse eine größere Rolle. Ein Trend zum verstärkten Anbau in mobilen Gefäßen wird ebenfalls festgestellt, wobei auch Probleme wie Blütenendfäule an Tomaten in zu kleinen Containern und vor zu warmen Wänden mit Wärmestau sich zeigen können. Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Garten werden sichtbar durch die verlängerte Vegetationszeit (verstärkte Anfragen im November und Februar) bzw. durch Fragen zur effektiven Bewässerung, Hitzeschäden an Früchten und den Anbau neuartiger Obst- und Gemüsearten.