Gartencast
Rosenschnitt im Frühjahr
1. März 2026

Jetzt ist der beste Zeitpunkt, sich um den Rosenschnitt zu kümmern - Ende März bzw. Anfang April ist dafür optimal, wenn keine größeren Fröste mehr zu erwarten sind. Mit ein paar Tipps klappt der Rosenschnitt ganz einfach.

Rosenschnitt im Frühjahr

Hallo und willkommen zum Gartencast für den März – schön, dass Sie dabei sind. Ich bin Jeannine Steinkuhl und spreche jetzt mit Kristin Mahler von der Bayerischen Gartenakademie über die wohl beliebteste Gartenpflanze: die Rose! In vielen Gärten steht sie in unterschiedlichen Arten und Sorten. Es gibt so viele unterschiedliche Rosenarten, dass für jeden Zweck und Geschmack etwas dabei ist. Das sind z.B. Edelrosen, Strauch-, Bodendecker-, Kletter-, Stamm- und historische Rosen. Dabei ist von solchen, die nur 30 cm groß werden, bis zu denen, die mehr als 5 Meter hoch werden, alles dabei. Frau Mahler, jetzt im Frühling steht der Schnitt der Rosen an – warum?


Wir wollen die Rosen gesund und gepflegt halten. Der Schnitt beugt Krankheiten vor. Er regt zur Blütenbildung an, denn nur eine gut gepflegte und regelmäßig geschnittene Rose blüht üppig.
Der Schnitt dient zur Verjüngung. Alte, verblühte Äste schneiden wir heraus, um Platz für neues, junges Holz zu machen.
Bester Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist der Blütezeitpunkt der Forsythie; meist Ende März/Anfang April, wenn auch keine größeren Fröste mehr zu erwarten sind.

Was ist dabei alles zu berücksichtigen?

Wuchsförderungsgesetzte zum Beispiel, das klingt erstmal sehr schwierig, ist es aber nicht.
So sagt die Spitzenförderung lediglich aus, dass ein Trieb der Senkrecht nach oben wächst auch senkrechte Neutriebe nach dem Schnitt hervorbringt.
Bei der Oberseitenförderung verhält es sich ähnlich, das betrifft vor allem Kletterrosen und Wildrosen. Denn die gebogenen Triebe treiben immer an der oberen Seite stärker aus und bilden dort die neuen Treibe. Was wir uns bei der Gestaltung an Rosenbögen aktiv oder auch unbewusst zu Nutze machen.
Wichtig ist immer: Wenn ich stark zurück schneide kommt auch ein starker Neutrieb. Schneide ich schwach zurück, bleibt auch der neue Austrieb schwächer.

Gibt es Richtlinien, die bei fast allen Rosen gelten?

Natürlich. Grundsätzlich kommen Triebe raus, die dünner als ein Bleistift sind. Ausnahmen sind Bodendecker- und Historische Rosen.
Holz, was scheuert oder nach innen wächst, wird ebenso entfernt wie Abgestorbenes und Krankes.
Entfernen Sie alte und dicke Triebe von unten, um Platz für neue zu schaffen. Diese sind älter als 4 bis 5 Jahre und Sie dürfen diese von unten entfernen. Das gilt aber nicht für Kletterrosen, da dürfen die Triebe ruhig etwas älter werden, bevor sie ausgetauscht werden.

Kommen wir noch mal auf den Schnitt allgemein: Wie viel sollte ich schneiden und worauf kommt es an?

Wir wollen den Neutrieb von unten fördern, deshalb die Triebe nicht zu hoch anschneiden. Zu hoch angeschnitten ergibt Rosenbüsche, die von unten kahl werden.
Kürzen Sie mindestens 1/3 der Triebe ein. Bei Kleinstrauch-, Beet- und Edelrosen kommen besser 2/3 weg. Die Anzahl der verbleibenden Augen ist eher unwichtiger.
Wenn möglich schneiden Sie immer auf ein Auge, das nach außen zeigt.
Schnittfehler der letzten Jahre lassen sich wieder korrigieren. Manche Rosen, wie z.B. Strauchrosen, vertragen auch einen radikalen Rückschnitt, um den Stock neu aufzubauen.
Kletterrosen werden nicht jedes Jahr runtergeschnitten, lediglich altes Holz entfernt, um eine Erneuerung von unten her voranzutreiben; dies aber bitte mit Bedacht. Bestehende Äste können auf Zapfen eingekürzt werden und die Auslichtung ist sehr wichtig, da bei Kletterosen sehr viel Laub zu erwarten ist.
Grundsätzlich werden Wildtriebe, die aus dem Boden treiben, entfernt.
Strauchrosen können in der Mitte etwas höher gelassen werden, am Rand abfallend.
Lassen Sie alles Rausgeschnittene liegen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Mindestens ein Drittel der Rosenpflanze sollte nun vor Ihnen liegen.
Schneiden Sie grundsätzlich nicht an frostigen Tagen.

Was ist bei Rosenstämmchen zu beachten?

Auf dem Stamm können unterschiedliche Arten veredelt sein, trotzdem ist der Schnitt recht einheitlich zu tätigen.
Die Krone sollte auf jeden Fall leicht und luftig belassen werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt und auch das Verjüngen der alten Triebe sind unerlässlich.
Doch Achtung! Die Veredlungsstelle ist nicht unter der Erde, sondern am Ansatz der Krone, wenn die weggeschnitten wird, ist die Edelsorte verloren.
Entfernen Sie aus der Erde treibende Wurzelausläufer auch hier.

Was ist sonst noch zu beachten – z.B. beim Werkzeug?

Die Werkzeuge sollten immer sauber, scharf und funktionsfähig sein (ggf. desinfizieren).
Laub, das noch unter den Rosen liegt, kommt im Frühjahr weg, damit keine Krankheiten weiterverbreitet werden. War die Rose im Vorjahr schon krank, dann am besten das Laub schon im Sommer und Herbst entfernen.
Trauen Sie sich zu schneiden, es ist kein Hexenwerk!

Neben dem Schnitt können jetzt aber auch neue Rosen gepflanzt werden, oder?

Ja, das ist richtig. Im März können die Pflanzen noch wurzelnackt gesetzt werden, ab dann bis zum Oktober besser getopfte Ware. Wichtig dabei ist, genügend tief zu setzen. Die Veredlungsstelle muss unter der Erde liegen, sonst kann es zu Schäden durch Frost, starke Sonneneinstrahlung und Austrocknung kommen.
Nehmen Sie die Rose aus dem Topf und reißen Sie die Wurzeln mit der Hand oder einer Schere auf, damit neue gebildet werden können. Nach dem Pflanzen ist das ordentliche Angießen, evtl. Einschlämmen, wichtig.
Dann steht der Freude an Rosen im eigenen Garten nichts im Weg.

Danke, Frau Mahler – und ein herzliches Dankeschön gilt auch Ihnen fürs Zuhören. Wir freuen uns, wenn Sie auch nächsten Monat wieder mit dabei sind. Lassen Sie es sich gutgehen, bis zum nächsten Mal! Tschüss!