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Stippe – eine Mangelerscheinung beim Apfel

Stippe von außen

Auf der Schale sind außen kleine, braune, trockene Flecken zu sehen, die leicht eingesunken sind. Aufgeschnitten sind diese auch in der Frucht sichtbar und der Apfel schmeckt an diesen Stellen korkig und leicht bitter. Sind sehr viele solcher Stellen vorhanden, ist der Apfel durch die Geschmacksveränderung nicht mehr genießbar. Stippebefall ist unter anderem sortenabhängig. Besonders stark werden große Früchte, die im äußeren Kronenbereich hängen, befallen. Stippe kann sich bereits am Baum oder aber erst im Lager bemerkbar machen.

Ursache

Die Hauptursache ist fehlendes Calcium in der Frucht. Calcium wird in der Pflanze durch den Saftstrom in alle Teile der Pflanze befördert und dort eingelagert. Angetrieben wird dieser Saftstrom durch die Transpiration: Die Blätter geben über sogenannte Spaltöffnungen Wasser an die Umgebung ab. Ist es sehr heiß, verschließen sich diese Öffnungen und der Saftstrom gerät ins Stocken. Dies geschieht auch bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit.
Weiterer Auslöser der Stippe ist ein Überangebot von Kalium und Magnesium im Boden, denn diese sogenannten Antagonisten werden bevorzugt aufgenommen. So ist meist genug Calcium im Boden, es wird aber nicht in die Pflanze transportiert. Stickstoff hat ebenfalls eine nachteilige Wirkung auf die Calciumverteilung im Baum. Wächst die Pflanze durch einen Stickstoffüberschuss zu schnell, kann das Calcium nicht ausreichend verteilt werden. Gerade in die Früchte gelangt dieser Nährstoff dann in zu geringen Mengen. Sehr starke Schnittmaßnahmen im Winter können ebenfalls zu Stippe im folgenden Sommer führen. Durch den starken Rückschnitt werden viele Neutriebe angeregt und diese benötigen sehr viel Calcium.

Maßnahmen

Das meiste Calcium wird in den ersten sechs Wochen nach der Vollblüte eingelagert. In dieser Zeit hilft es bei Trockenheit gut zu wässern und einen Überbehang zu vermeiden. Richtig und maßvoll ausgeführte Schnittmaßnahmen helfen ebenfalls der Stippe vorzubeugen. Hier kommt es darauf an, ein Gleichgewicht zwischen Triebwachstum und Fruchtbehang zu erreichen und zu fördern. Bei der Neupflanzung kann man auf unempfindliche Sorten zurückgreifen. Bei anfälligen Sorten können Calciumpräparate angewendet werden. Sie werden als Blattdüngung, das heißt direkt auf die Blätter und Früchte, ausgebracht. Es sind drei bis vier Behandlungen nötig, ab Mitte Juni im Abstand von circa zehn Tagen z.B. mit Kalksalpeter oder anderen Calciumdüngern wie Gabi Obstbaum-Calciumdünger (Anwendung nach Gebrauchsanweisung).

Sortenunterschiede

Anfällige Sorten sind meist großfruchtig
z.B. 'Glockenapfel', 'Ontario', 'Cox Orange', 'Boskoop', 'Gravensteiner', 'Goldparmäne', 'James Grieve' und 'Jonagold'.
Sorten ohne Stippeprobleme sind
z.B. 'Rubinette', 'Jonathan', 'Piros', 'Rebella', 'Florina', 'Resi', 'Retina', 'Topaz, 'Ariwa'.