Gartentipp
Frühlingsernte – frisch, vielfältig und regional
30. März 2026

Es ist Frühling! Überall spitzt frisches Grün und auch im Garten geht es los mit dem Säen und Pflanzen von erstem Gemüse. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie erfolgreich in die Frühlingssaison starten.

Frische Kräuter zum Osterfest

Mit frischem Grün verschiedener Kräuter können Sie die Osterspeisen würzen. Kräuter bieten im Frühling schon die ersten Vitamine gegen den Winterblues. Ein paar Pflanzen spitzen im Garten aus der Erde, andere bietet der Handel im Topf an. Traditionell gibt es am Gründonnerstag Eierspeisen mit grünen Zutaten. Meist Spinat, kann er doch mit jungen Brennnessel- und Gierschblättern aus dem „wilden Eck“ des Gartens ersetzt oder angereichert werden. Für die „Grüne Soße“ finden die feingehackten Kräuter Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch Verwendung; anderenorts auch mit Dill und Zitronenmelisse.

Nutzen Sie auch für den Osterbrunch frische Kräuter. Schnittlauch, Petersilie und Kresse werden oft als Garnierung verwendet, aber auch die feinen Triebe des Gewürzfenchels. Für das Brot mit Kräuterbutter verwenden Sie Kräuter, die Ihnen zur Verfügung stehen. Vieles treibt neu und frisch. Junge Austriebe der Zitronenmelisse geben einen fruchtigen Frischeton. Auch Sauerampfer und überwinterte junge Borretschblätter oder Petersilie sowie die ersten Schnittlauchhalme, Blätter der Wilden Rauke und der Pfefferminze, des Oregano kann man gut nutzen. Der Bärlauch schiebt kräftige Blätter. Er ergänzt mit Knoblaucharoma, wirkt aber nicht aufdringlich. Fehlt die Frühlingssonne und kalte Temperaturen stoppen das Wachstum, können Sie in kälteren Regionen Vlies über die Kräuter legen. Das regt das Wachstum der Kräuter an. Rosmarin, Thymian, Salbei sind ganzjährig verfügbar.

Viele Wildkräuter bringen ebenfalls Würze in den Speiseplan. Gerade wenn sie jung aus der Erde kommen, sind die Blättchen noch zart und schmackhaft. Dazu gehören beispielsweise Knoblauchsrauke, Löwenzahn, Brennnessel und Giersch, deren junge Blätter in der Küche, z.B. in Salaten, verwendet werden können. Dekorativ schmücken die Blüten von Gänseblümchen und Veilchen. Ganz nach dem Motto: iss dein „Unkraut“ einfach auf!

Kräuter eignen sich auch gut als kleines Ostergeschenk. Sei es getrocknet, selbst vermehrt oder als Pflanzen gekauft. Kräuter würzen nicht nur unser Essen. Durch den Duft wirken Sie auch auf unser Gemüt und heben die Stimmung. Wenn sie später blühen, sind sie wahre Insektenmagnete und locken Bienen und andere Insekten in den Garten oder auf den Balkon. Verschenken Sie mit Kräutern würzige grüne Osterfreude, auch mal etwas Ausgefallenes – an Familie, Freunde und an sich selbst!

Jetzt säen und pflanzen - rasch ernten

Säen Sie nun Früh-Möhren und Radieschen, Kresse und Rauke ins Gartenbeet oder Hochbeet sowie in große Gefäße. Sie keimen schnell und sind in ein paar Wochen erntefähig. In Reihen gesät ist dazwischen noch Platz für Salate. Besonders praktisch sind Salate in Erdpresstöpfen. So setzt man schon junge Pflänzchen ins Beet, die rasch an- und weiterwachsen. Besonders schnell geht es bei Pflücksalaten (Eichblatt- und Lollo-Salaten). Hier muss man nicht warten bis sich ein Kopf gebildet hat, sondern entfernt stets die äußeren Blätter einzeln. Da es grüne und rote Sorten gibt, wird der Salat auch gleich bunt. Auch Kohlrabi gehört zum klassischen Frühlingsgemüse, das gepflanzt wird. Weitere Aussaaten sind Erbsen, Puffbohnen und Spinat sowie Frühkohle zur Pflanzung.

Nachts sinken die Temperaturen oft noch leicht unter den Gefrierpunkt. Hier hat sich eine Vliesauflage bewährt. Vlies ist ein spinnwebenartig vernetztes Kunststoffmaterial mit sehr geringem Eigengewicht (z. B. 17 g/m²), das flächig wasser- und luftdurchlässig ist. Bei starker Abkühlung bildet sich durch aufsteigende Bodenfeuchtigkeit eine dünne Eisschicht, welche die Abstrahlung von Bodenwärme verhindert und dadurch die Pflanzen noch bei -5 °C Außentemperatur schützt. Tagsüber wird die in den Boden eingestrahlte Sonnenenergie gespeichert, der Boden und die bodennahe Luftschicht erwärmt.

Auch frisch gepflanzte Kräuter benötigen Kälteschutz, da sie in Gewächshäusern vorgezogen worden sind und keine Minusgrade vertragen. Schon bald Übrigens: das vielgeliebte Basilikum ist besonders kälteempfindlich und bleibt bis Mitte Mai noch auf der hellen Fensterbank.