Bericht zum Veitshöchheimer Imkerforum 2021
Virtueller fachlicher Austausch

Arbeitsbienen auf der Wabe

Das traditionelle Veitshöchheimer Imkerforum der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) fand am 06. Februar 2021 zum ersten Mal online statt.
Dr. Stefan Berg stellte mit seinem Team neu entwickelte Behandlungskonzepte vor, Ergebnisse aus der Versuchsarbeit des Instituts für Bienenkunde und Imkerei und gab Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit.

Aktuelle Themen

Dr. Ingrid Illies berichtete über Auswirkungen der Bekämpfung des Schwammspinners (ein Forstschmetterling) auf Honigbienenvölker. Eine Gefährdung von Bienen besteht nicht, der angewandte Wirkstoff ist aber in heimkehrenden Sammlerinnen und im Pollen nachweisbar. Die Verwertung von Melezitosehonig durch Fütterung an Bienenvölker in trachtloser Zeit wurde 2020 erprobt. Die Bienenvölker arbeiten diesen schnellkristallisierenden Honig gut um, allerdings nutzen sie einen Großteil des Honigs für den Eigenbedarf – eine Ernte ist nicht rentabel.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau wurden 2020 Wildpfanzenmischungen zur Energiegewinnung geprüft und weiterentwickelt. Dr. Ina Heidinger stellte die Mischungen vor, die für Insekten, insbesondere Wild- und Honigbienen, Nahrung und Lebensraum bieten. Dr. Stefan Berg berichtete über die Fängigkeit von Wespenfallen in Weinbergen. Abhängig von der Lochgröße der Fallen kann der erhebliche Beifang zwar nicht verhindert werden, aber geschützte Arten wie unsere heimische Hornisse ausgeschlossen werden.

BeeWarned!

Die Asiatische Hornisse ist ein neuer Schädling und nun auch in Deutschland angekommen. Im Rahmen des Projektes BeeWarned wird mit mehr als 200 Imkerinnen und Imkern verfolgt, ob und wann die Hornisse auch in Bayern auftaucht. Dr. Nicole Höcherl stellte das Projekt und die neue Internetseite (www.beewarned.de) dazu vor und warb um weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Varroa-App

Digital geht es auch der Varroa an den Kragen: Die Varroa-App ermöglicht eine leichte Befallserfassung am Bienenvolk und berücksichtigt bei den Behandlungsempfehlungen auch die Befallssituation im Umfeld. Renate Feuchtmeyer, Fachberaterin in der Oberpfalz, stellte das Gemeinschaftsprojekt der LWG und den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf vor.

Digitalisierung der Lehre

Die Corona-Zeit ermöglichte der Fachberatung auch die Digitalisierung in der Lehre weiterzuentwickeln. Mehr als 100 Lehrfilme wurden gedreht und didaktisch aufbereitet. Die ersten 12 Filme wurden 2020 auf den Youtube-Kanal des Staatsministeriums Land.Schafft.Bayern veröffentlicht, weitere folgen (www.youtube.com/channel/UCcv-wyjsGVhRsOYEPRwrDZw). In seinem Abschlussbeitrag stellte Johann Fischer, Fachberater in Schwaben, die Arbeitsschwerpunkte der Fachberatung 2020 vor und bat um Beteiligung an einem Projekt zu Bekämpfung der Chronischen Bienenparalyse.

Virtueller Austausch

Der traditionelle Austausch zwischen dem Bieneninstitut und der Imkerschaft fand in diesem Jahr nicht in einer persönlichen Kaffeepause statt, sondern in einem Chat. Die Moderation der Anfragen erfolgte bereits während der Vorträge, sodass die gebündelten Fragen von den Referenten in den Fragerunden beantwortet werden konnten. Das neue Format hat überzeugt – nicht nur das Team des Bieneninstitutes, sondern auch die über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern. Viele nutzten zum ersten Mal das Forum zur Information und zum Austausch. Im nächsten Jahr wird es hoffentlich wieder eine Präsenzveranstaltung geben – aber auch eine virtuelle Teilnahme soll dann möglich sein.