Qualitätssicherung
Geprüfte Qualität Bayern

Honig soll nicht nur sauber aussehen und gut schmecken – er soll vor allem in bester Qualität auf den Tisch kommen. Die bayerischen Imker brauchen sich mit ihrem Honig nicht zu verstecken.
Imker, die unter den Markenzeichen „Echter Deutscher Honig“ des Deutschen Imkerbundes bzw. des Verbands Bayerischer Bienenzüchter vermarkten, garantieren freiwillig, dass ihre Qualität deutlich über der Norm der Honigverordnung liegt, regelmäßige Kontrollen wachen über die Einhaltung dieser Qualitätsgarantie.

Garantierte Herkunft aus Bayern

Das Programm "Garantierte Herkunft aus Bayern" stellt hochwertige bayerische landwirtschaftliche Erzeugnisse besonders heraus. Ziel des Programmes ist es, das Vertrauen der Verbraucher in regional erzeugte Nahrungsmittel zu stärken. 2002 genehmigte die EU-Kommission als erstes Produkt bayerisches Rindfleisch, inzwischen umfasst das Qualitätsprogramm 28 Produktbereiche, als weiteres ist nun auch der bayerische Honig dazugekommen! Für eine gute Transparenz wurde ein umfassendes Qualitätssicherungssystem geschaffen:
  • Eigenkontrollen mit Aufzeichnungspflicht
  • Kontrollen durch externe Prüfeinrichtungen
  • staatliche Kontrolle der Kontrollen
Transparenz schafft Vertrauen – und damit bessere Marktchancen für die betriebliche Existenz der bayerischen Imkereien. Das Programm ermöglicht dem Verbraucher außerdem, durch gezielte Einkäufe regionale Kreisläufe zu fördern. Darüber hinaus bringt regionale Produktion den Vorteil der kurzen Wege und schont Ressourcen und Umwelt. Positiver Nebeneffekt gerade für das Bienenprodukt Honig: eine gefestigte Bienenhaltung in Bayern sichert auch die Bestäubung heimischer Pflanzen und damit der Pflege der bayerischen Kulturlandschaft!

Geprüfte Qualität aus Bayern Externer Link

Herkunftssicherung

Das Zeichen darf nur für Honig verwendet werden, der in Bayern erzeugt, gelagert, be- und verarbeitet und abgefüllt wurde. Die Herkunft ist lückenlos von der Erzeugung bis zur Abfüllung zu sichern. Wird Honig weitergegeben, z.B. an einen Großhandel oder an einen Händler, muss ein entsprechender Beleg, der die Konformität / Übereinstimmung des GQ-Honigs mit den Bestimmungen dieser „Qualitäts- und Prüfbestimmungen“ bestätigt, jeweils an die nächste Stufe weitergegeben bzw. von der vorhergehenden Stufe eingeholt werden.

Wo kann der Antrag zur Zeichennutzung für die Geprüfte Qualität Bayern gestellt werden?

Zuständig für die Abwicklung des Verfahrens ist die „LQB – Landwirtschaftliche Qualitätssicherung Bayern GmbH, Am Branden 6c, 85256 Vierkirchen, Tel.:0 81 39 / 93 68 35 E-Mail: info@lq-bayern.de“, die Anträge sind jedoch an die Geschäftsstelle der Verbände zu richten, bei denen die Imker gemeldet sind, diese leiten die Anträge dann weiter.

Wie mache ich meinen GQ-Honig kenntlich?

Teilnehmer am Programm erhalten ovale Aufkleber für ihre Honiggläser mit dem Aufdruck: „Verliehen durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Garantierte Herkunft. Geprüfte Qualität Bayern“. Die wasserlöslich anzubringenden Aufkleber sind in der Größe so gehalten, dass sie sowohl für 500 g- als auch für 250-g-Gläser geeignet sind.

Welche Auflagen sind für das Programm „Geprüfte Qualität Bayern“ (GQ) erfüllen?

Neben den gesetzlichen Vorgaben (insbesondere Honigverordnung von 2004) müssen die Qualitäts- und Prüfbestimmungen für Honig erfüllt werden, diese können im Detail im Internet eingesehen werden.

Qualitäts- und Prüfbestimmungen Externer Link

Die Qualitätsanforderungen für GQ-Honig entsprechen den strengen Richtlinien für Honig im Glas des Deutschen Imkerbundes wie auch des Verbands Bayerischer Bienenzüchter und der Bayerischen Imkervereinigung. Im Wesentlichen heißt das:
  • Wassergehalt: maximal 18,0 %, Heidehonig: maximal 21,4 %
  • Enzym Invertase: (Angabe der Enzymaktivität in U/kg, Einheiten nach Siegenthaler) Mindestaktivität 64 U/kg; Honige mit natürlicher Enzymschwäche Mindestaktivität von 45 U/kg (Voraussetzung: HMF-Gehalt höchstens 5 mg/kg)
  • Hydroxymethylfurfuralgehalt (HMF): Honig allgemein maximal 15 mg/kg Honig, natürlich enzymschwache Honige maximal 5 mg/kg Honig.
Darüber hinaus sind die Anforderungen an eine gute Imkerpraxis zu erfüllen:
  • Bienenstandplatz, Bienenwohnung und Völkerführung sind so zu wählen, dass das Wohlbefinden und Gedeihen der Bienenvölker gewährleistet ist und die Voraussetzungen für die Erzeugung von Qualitätshonig gegeben sind.
  • Alle erforderlichen Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten der Bienenvölker sind zu ergreifen.
  • Bei der Wahl des Standplatzes ist darauf zu achten, dass im Flugkreis kein nennenswerter Schadstoffeintrag durch äußere Einflüsse erkennbar ist. In begründeten Verdachtsfällen hat der Honigerzeuger Rückstandsuntersuchungen zu veranlassen.
  • Die Honigernte, -verarbeitung und -lagerung muss hygienisch einwandfrei in sauberen, trockenen, kühlen und geruchsfreien Räumen mit eigens dafür vorgesehenen lebensmittelechten Geräten und in lebensmittelechten Honiggefäßen erfolgen.
  • Über die erzeugten GQ-Honigmengen ist Buch zu führen (Völkerzahl, Standplatz, Schleuderzeitpunkt, Erntemenge).
  • Durchführung und Dokumentation der betrieblichen Eigenkontrolle.

Abfüller und Honigerzeugergemeinschaften (HEGs)

Abfüller und HEGs garantieren, dass Honigverarbeitung und -lagerung erfolgen
  • in hygienisch einwandfrei in sauberen, trockenen kühlen und geruchsfreien Räumen
  • mit eigens dafür vorgesehenen lebensmittelechten Geräten
  • in lebensmittelechten Honiggefäßen.

Welche Nachweise muss der Imker / Abfüller erbringen?

  • Dokumentation der durchgeführten Eigenkontrollen und der sich daraus ergebenden Maßnahmen
  • Weitergabe der Konformitätsbescheinigung (Übereinstimmung) an die nächste Stufe bei Verkauf größerer Gebinde an Wiederverkäufer (Konformitätsbescheinigungen sind z.B. Lieferscheine, Rechnungen, auf denen die „Geprüfte Qualität –Bayern“ beim Verkauf bestätigt wird.
Bei Vermarktung von Einzelgläsern an Endverbraucher reicht es aus, wenn die Zahl der in einem Zeitraum abgefüllten und vermarkteten Gläser festgehalten wird (kein Einzelnachweis), Rückverfolgbarkeit muss plausibel nachgewiesen werden.
  • Produktion, Lagerung und Abfüllung ausschließlich in Bayern
  • Abfüllplan, Dokumentation der verkauften Honigmenge
  • Völkerverzeichis
  • Unbedenklichkeit der Standortwahl
  • Einhalten der Hygieneanforderungen am Volk
  • Getrennte Erfassung / Lagerung von GQ- und Nicht-GQ-Ware (Kennzeichnung der Partien)
  • Personalhygiene eingehalten
  • Geräte zur Gewinnung und Aufbereitung sowie Honiggefäße entsprechen den Anforderungen der Lebensmittelhygiene
  • dokumentierter Reinigungsplan vorhanden
  • Einsatz geeigneter Reinigungs- und Desinfektionsmittel für Beuten, Rähmchen und Geräte
  • eingesetzte Mittel sind dokumentiert
  • Fortbildung beim Verband und anerkannten Einrichtungen
  • Analyseergebnisse liegen vor und erfüllen die Anforderungen

Wie groß ist der Aufwand zur Dokumentation?

Es geht nicht ohne Papier, aber der Aufwand zur Dokumentation ist überschaubar! Völkerbücher und Bestandsbuch sind in einer guten Imkerei ohnehin üblich. Zur Kontrolle und Einhaltung der Hgiene gibt es Vordrucke, die den Imkern die Aufzeichnungen erleichtern und abgearbeitet werden können.

Wie läuft die Zertifizierung ab?

  • Anmeldung über den zuständigen Imkerverband, dieser vermittelt den Kontakt zur LQB
  • Betriebsprüfung durch eine beauftragte Zertifizierungsstelle
  • Vorlage der geforderten Unterlagen vor Ort
  • Bei Erfüllung der Voraussetzung erfolgt die Erteilung eines Zertifikates durch die Zertifizierungsstelle und Anerkennung durch die Landwirtschaftliche Qualitätssicherung (LQB) – Zeichennutzung.

Wer prüft?

Die vorgeschriebenen externen Betriebskontrollen erfolgen durch zugelassene akkreditierte Zertifizierungsstellen (in Bayern die QAL GmbH). Mitarbeiter der Zertifizierungsstellen wurden vom Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hierfür geschult. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft stellt als staatliche Kontrollaufsicht die Einheitlichkeit der Kontrollsystematik und die zuverlässige Umsetzung der Programmvorgaben sicher.
Zuständig für die staatliche Kontrolle im Programm ist das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Kontrollhäufigkeit / Prüfrhythmus

Die Kontrolle erfolgt durch ein unabhängiges Kontrollinstitut nach einem 3-stufigen Prüfrhythmus. Je nach erreichter Punktezahl erfolgt eine Einstufung in den Standard I bis Standard III. Das bedeutet: wird der Standard I erreicht (90 -100% der maximal möglichen Punkte), erfolgt die nächste reguläre Kontrolle in drei Jahren, in Standard II (80 – 90%) alle zwei Jahre, bei Standard III (70 -80 %) erfolgt jedes Jahr eine Überprüfung. Mit weniger als 70% erfolgt keine Zulassung für das Qualitäts- und Herkunftsprogramm. Jährlich werden 10% aller beteiligten Betriebe in einer zufälligen Stichprobenauswahl überprüft.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Der Freistaat Bayern als Zeichengeber erhebt für die Teilnahme am Programm keine Kosten. Der Lizenznehmer kann für die Vergabe des Zeichennutzungsrechtes Gebühren erheben. Die Prüf- und Kontrollkosten sind vom jeweiligen Teilnehmer selbst zu tragen. Für die Teilnehmer am Programm „Geprüfte Qualität – Bayern“ besteht jedoch gegenwärtig die Möglichkeit der finanziellen staatlichen Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Form einer staatlichen Förderung. Diese Förderung ist degressiv gestaltet , bei einer Erstzertifizierung können maximal bis zu 80% der Zertifizierungskosten gefördert werden. Eine staatliche Förderung der Kontrollkosten ist nur möglich, wenn staatliche Mittel dafür verfügbar sind. Auskunft erteilen die Lizenznehmer, der Lizenznehmer für Honig ist die Landwirtschaftliche Qualitätssicherung GmbH (LQB) in Vierkirchen (Tel. 08139/9368-30).

Wer kann an dem Programm teilnehmen?

Ansprechpartner in Zusammenarbeit mit der LQB sind der Landesverband Bayerischer Imker, der Verband Bayerischer Bienenzüchter und die Bayerische Imkervereinigung sowie die Honigerzeugergemeinschaft HEG Regensburg w.V. Mitglieder dieser Verbände bzw. Einrichtung können sich um Zulassung bewerben.

Wir machen mit!

Erste Teilnehmer an dem Programm „Geprüfte Qualität Bayern“ waren eine Imkerei im Allgäu wie auch das Fachzentrum Bienen in Veitshöchheim. Unsere Erfahrung: wenn eine Imkerei nach guter imkerlicher Praxis geführt wird und die Eingriffe regelmäßig dokumentiert werden, außerdem der Honig im Labor eine Qualitätskontrolle durchläuft, ist die Zertifizierung kein Problem. Wir sehen in der Auszeichnung eine Möglichkeit, unsere Qualität und die bayerische Herkunft besonders herauszustellen. Nachdem inzwischen viele Produkte auf dem Markt mit der Auszeichnung angeboten werden und der Staat das Zeichen auch bewirbt, rechnen wir auf verbesserte Marktchancen. Wir können die Imkerinnen und Imker in Bayern nur ermutigen, sich ebenfalls an dem Programm zu beteiligen!