Bayerische Honigprämierung
Bayerns beste Honige gesucht – und gefunden!

Der wohl süßeste Arbeitsplatz in ganz Bayern befand sich am vergangenen Samstag, den 21. September 2019, an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Denn auf der Suche nach dem besten bayerischen Bienengold wurden 303 Honige aus dem ganzen Freistaat regelrecht auf „Nektar und Pollen“ geprüft und analytisch sowie sensorisch bewertet. Auch wenn in diesem Jahr die Honigernte in Bayern deutlich geringer ausfällt, das Ergebnis lässt sich schmecken – aber die Gewinner der Bayerischen Honigprämierung sind noch Top Secret!

Besonders süße Pakete

Ganz schön viel zu tun hatte in den letzten Wochen der Postbote von Stefan Ammon: So erhielt der Honig-Obmann des Landesverbandes Bayerischer Imker e. V. unzählige Pakete von Imkerinnen und Imkern aus allen denkbaren Ecken des Freistaates, von Memmingen im Allgäu bis Marktheidenfeld im Spessart. Nach dem Anonymisieren der Gläser ging die Reise der süßen Fracht schließlich weiter in das Sensorikzentrum der LWG. Dort schaute am vergangenen Samstag eine 18-köpfige Prüfjury ganz genau hin: Wie ist die Aufmachung des Glases? Sitzt das Etikett richtig? Und stimmt das Füllgewicht? Schon der kleinste Mangel oder ein paar Gramm machen dabei den Unterschied und können am Ende einen Medaillen-Platz kosten. Doch bei der jährlich stattfindenden Honigprämierung kommt es nicht nur auf reine Äußerlichkeiten an – auch die inneren Werte werden genau unter die Lupe genommen.

Hohe Anforderungen

Für die Prüfung der Konsistenz und des Geschmacks werden alle Honige mehrfach von geschulten Honigprüfern verkostet. Dabei dürfen die Zuckerkristalle auf der Zunge nicht spürbar sein. Dies gilt für flüssige Waldhonige wie auch cremige Blütenhonige, die im optimalen Zustand regelrecht auf der Zunge zerlaufen. Neben der sensorischen Bewertung wird auch der Wassergehalt des Honigs bestimmt. Denn dieser ist ein Zeichen für die Reife des Honigs und darf nach den gesetzlichen Anforderungen max. 20 Prozent betragen. Für die an der Prämierung teilnehmenden Honige wird mit maximal 18 Prozent Wassergehalt die Messlatte dabei noch höher angelegt. Mit der Überprüfung der Enzyme wird zudem die Invertaseaktivität bewertet, die ein wichtiges Merkmal für die Naturbelassenheit des Honigs ist und Auskunft über die Verarbeitungsweise gibt. Die Bronze-, Silber- und Goldmedaillen-Gewinner werden auf dem Bayerischen Honigfest der Sinne am 3. November in der Schlossberghalle in Nüdlingen (Lkr. Bad Kissingen) vorgestellt.

Geringere Honigernte 2019

Die Anzahl der auch in diesem Jahr eingereichten Honiglose war gleichbleibend hoch – trotz einer unterdurchschnittlichen Honigernte. Im Rahmen einer bundesweiten Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei (Rheinland-Pfalz) wurden 2019 bayernweit durchschnittlich nur 8,1 kg Honig/Bienenvolk in der Frühtracht geerntet; im Bundesdurchschnitt waren es 10,3 kg/Bienenvolk. Zur Frühtracht gehören der Nektar von Frühjahrsblühern, Obstbäumen und Raps. In der Sommertracht, zu der auch der dunkle Waldhonig zählt, ernteten die Imkerinnen und Imker 14,6 kg Honig; dies sind 2 kg weniger als im Bundesdurchschnitt. Insgesamt wurden mit 22,7 kg Honig/Bienenvolk fast 10 kg weniger Honig in Bayern geerntet als 2018 (33,4 kg). Besonders Löwenzahnhonig hat dieses Jahr einen Seltenheitswert, da die Bienen beim Kälteeinbruch im Frühjahr diesen Honig für den Eigenbedarf genutzt haben.