ViFo – VitiForst

Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen für den Weinbau. Besonders stark sind die südlichen Hanglagen von lang anhaltenden Hitze- und Trockenphasen und steigenden Temperaturen betroffen. Die erhöhte Sonneneinstrahlung beeinflusst nicht nur die Traubenqualität, sondern beschleunigt zusätzlich die Austrocknung der Böden, die aufgrund des hohen Steinanteils natürlicherweise nur eine geringe Wasserhaltefähigkeit aufweisen.
Als Kletterpflanze (Liane) ist der Wuchs der Weinrebe an Bäumen bzw. in Baumnähe natürlich. Bis zum Beginn der Mechanisierung im 19. Jahrhundert war die Pflanzung von Reben in Gesellschaft von Bäumen eine gängige Bewirtschaftungsform.

Ziel des Projekts ViFo

Untersuchungen zeigen, dass ein Hauptfaktor für die Wasserspeicherkapazität der Böden die Wurzeldichte ist, da Wurzeln ein effizientes Porensystem im Boden schaffen (Schwammfunktion). Um die Auswirkungen langer Trockenphasen abzumildern, soll mittels Baumpflanzungen die Wasserhaltefähigkeit in weinbaulich genutzten Hanglagen maßgeblich gesteigert werden. Darüber hinaus vermindern Bäume durch Beschattung die direkte Sonneneinstrahlung, bilden Trittsteinhabitate in der offenen Kulturlandschaft, fördern das Bodenleben und damit die Nährstoffverfügbarkeit und werten das Landschaftsbild nachhaltig auf.
Neben den positiven Auswirkungen auf Bodenleben und Wasserhaltefähigkeit sind jedoch auch negative Effekte, wie z.B. Konkurrenz um Nährstoffe, erhöhter Pilzdruck auf die Reben im Baumschatten etc. denkbar; auch dies soll untersucht werden.

Methodik

In Anlehnung an Agroforstsysteme in der Landwirtschaft werden gemischte Baumreihen mit verschiedenen Arten neben bestockten Rebflächen gepflanzt. Der Abstand zu den Reben beträgt dabei mindestens vier Meter. Gepflanzt werden heimische Baumarten, die als Werthölzer genutzt werden können. Vorgesehen sind Feldahorn, Speierling, Ulme und Kornelkirsche. Die Erziehung erfolgt als Hochstamm, sodass eine mechanische Bearbeitung der benachbarten Rebzeile ohne Einschränkung möglich ist. Auf klassische Obstbäume wird bewusst verzichtet, da diese wieder einen erhöhten Arbeitsaufwand (Pflege, Ernte, Verwertung der Früchte) nach sich ziehen.

Mit folgenden Methoden werden die Effekte von Baumpflanzungen in Rebennähe untersucht:

  • Bodenproben zur Feststellung der Nährstoffverteilung
  • Untersuchungen zum Bodenleben
  • Monitoring Traubenqualität
  • Untersuchungen zur Wasserverfügbarkeit/Trockenstress
  • Nährstoffeinlagerung in den Reben.

Der Arbeitsaufwand zum Pflanzen und Gießen der Bäume und der Pflegeaufwand (Hochasten) werden ebenfalls dokumentiert und fließen in die Bewertung der Klimawandelanpassungsmaßnahme „VitiForst“ mit ein.

Projektinformationen
Projektleitung und -bearbeitung: Dr. Beate Wende (LWG-IWO 4; Wildlebensraumberatung Weinbau)
Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2029
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF)
Förderkennzeichen: A/25/13