Rebsorte
Regent (pilztolerant)

Traube der roten Rebsorte Regent Piwi

Der Regent ist eine rote Rebsorte, die gegenüber bedeutenden Pilzkrankheiten der Rebe eine große Toleranz besitzt, insbesondere gegen Peronospora. Dem Institut für Rebenzüchtung auf dem Geilweilerhof bei Siebeldingen in der Südpfalz gelang im Jahr 1967 die Kreuzung aus. Die französische, etwa 100 Jahre alte Sorte Chambourcin bringt dabei den Resistenzanteil mit ein.

Dass bei der Winzerschaft großes Interesse an Anpflanzungen besteht, zeigt die Sortenstatistik. Waren es 1997 noch 70 Hektar, betrug die Anbaufläche 2012 stattliche 2050 Hektar.
Kreuzung
(Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin (S. V. 12-417 x Chancellor)
Herkunft
Bundesanstalt für Züchtungsforschung, Institut für Rebenzüchtung, Geilweilerhof. Züchter Prof. Dr. Dr. h.c. G. Alleweldt
Kreuzungsjahr
1967, Sortenschutz 1993 erteilt, 1995 in Sortenliste eingetragen
Anbaufläche in Deutschland
2 047 ha = 2 % der Rebfläche (Stand 2012)
Anbaufläche in Franken
140 ha = 2,3 % (Stand 2012), in Bayern seit 1999 für den Anbau zugelassen
Bedeutung in Europa
keine (Versuchsanbau)
Bedeutung weltweit
keine
Sortenbeschreibung / Trauben / Reife
Mittelgroße, lockerbeerige Traube mit kleinen bis mittelgroßen Beeren; dunkelblau, mit intensiver Saftfärbung und geringer Botrytisneigung. Im fortgeschrittenen Reifestadium lösen sich die Beeren leicht vom Stielgerüst. Geschmack z.T. etwas grasig und gerbig.
Sorteneigenschaften / Ansprüche an Standort / Anbauwert
Für mittlere bis gute Lagen geeignet. Stellt hohe Bodenansprüche. Hohe Winterfrostfestigkeit mit leicht verzögertem Austrieb. Neigt in windoffenen Lagen zur Verrieselung. Verhaltene Wüchsigkeit mit geringer Geiztriebbildung. Zeigt häufig in Jungen Anlagen Magnesiummangel. Hohe Widerstandsfähigkeit gegen Peronospora und Oidium. Befall mit Rotem Brenner, Schwarzfleckenkrankheit und Botrytis ist jedoch möglich. Ertragsbegrenzung notwendig, maximal 2 Trauben pro Trieb belassen, 1 Traube je Trieb erhöht die Qualität. Optimale Reife standortspezifisch ermittteln. Anbauwert: Sorte, die in mittleren Lagen bei gleichzeitig mittleren Erträgen hohe Qualitäten liefern kann. Sie stellt besonders für Selbstvermarkter eine Ergänzungssorte mit mediterranem Charakter und Barriqueeignung dar. Für ökologisch wirtschaftende Winzer die derzeitig akzeptabelste Rotweinsorte. Ebenso für Problemlagen (Randbezirke zu Bebauungsgebieten, Kindergärten, etc.) gut geeignet. Die Lese sollte wegen des pH- und Säurerückganges nicht zu spät erfolgen.
Weinbeschreibung / Weinbeurteilung
In guten Jahren tiefdunkler, stoffiger Rotwein mit eigenem, manchmal fremdartigen südländischem Charakter; reduktiver Ausbau empfehlenswert. In guten Jahren Beerenduft beziehungsweise Cassisnote, in geringen Jahren grasig, gerbstoffbetont. Bei Ertragsreduzierung und Barriqueausbau liefert die Rebsorte hochwertige Rotweine. Nach Züchteraussagen können bei stärkerem Botrytisbefall Fehltöne im Wein auftreten. Der Regent ist im Vergleich zum Dornfelder bzw. Bl. Zweigelt die kellerwirtschaftlich etwas problematischere Rebsorte.
Vermarktung (Empfehlungen zur Lagerung, Essen, etc.)
Zu Wild, Rinderbraten und dunklen Soßen sowie zu kräftigem Käse. Die Lagerfähigkeit der Rebsorte liegt im mittleren Zeitrahmen.
Rotweinsorten in fränkischer Hochlage im Keupergebiet
Die langjährige Prüfung von Rotweinsorten im Keupergebiet hat gezeigt, dass sehr gute Rotweinqualitäten auch in höheren Lagen erzeugt werden können. Wichtig erscheint es bei der Auswahl der Sorten auf eine mittlere Reifezeit zu achten und Sorten zu wählen die von Haus aus geringere Säurewerte aufweisen.

Rotweinsorten in fränkischer Hochlage im Keupergebiet - Ergebnisse pdf 417 KB

Vergleich pilztoleranter Rebsorten mit Blauem Spätburgunder

Vergleich von Regent und Rondo mit Blauem Spätburgunder - Ergebnisse pdf 102 KB